Top-Kombi: Rente und Selbstständigkeit

Arbeit ist heutzutage immer weniger ein notwendiges Übel. Vielmehr suchen sich Arbeitnehmer gezielt einen Job, der Spaß macht und für ein erfülltes Leben sorgt. Auch im Rentenalter ist für viele Deutsche die Erwerbstätigkeit eine willkommene Abwechslung und eine sinnvolle Ergänzung zur geruhsamen Freizeit. Sie möchten als Ruheständler noch einmal den Schritt in die Arbeitswelt wagen? Dann lesen Sie hier, welche Jobs dafür infrage kommen und was es dabei aus steuerlicher Sicht zu beachten gilt.

Rentner ohne Ruhestand – selbstständig im Seniorenalter

Eigentlich ist das Rentnerdasein ja ganz schön: Relaxen, Reisen, Radfahren und nebenbei viel Zeit mit den Enkeln oder alten Freuden verbringen. Doch was, wenn die Rente nicht für ein solches Leben reicht? Oder Sie ganz einfach noch zu agil sind, um den ganzen Tag dem Müßiggang zu frönen? Die Antwort ist ganz einfach: Immer mehr Senioren wagen im gesetzten Alter den Schritt in die Selbstständigkeit. Schließlich ist die sogenannte Silver Society bis weit über das Rentenalter vital und fit – Menschen werden immer älter und auch Ruheständler haben oft noch genug Power für spannende Projekte. Zudem spielt das Thema Work-Life-Balance heute auch für die Generation Ü60 eine immer größere Rolle: Menschen suchen eine Sinnerfüllung – sei es im Ehrenamt, im Teilzeitjob oder eben in der Selbstständigkeit. Letztere Option bietet immense Vorteile:

  • freie Zeiteinteilung
  • Geld verdienen mit Tätigkeiten, die Spaß machen
  • Ausgleich zum relaxten Teil des Rentnerlebens
  • Verbesserung des Haushaltseinkommens

Selbstständig als Rentner – diese Jobs sind am besten geeignet

Wenn Sie darüber nachdenken, als Ruheständler den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, muss zunächst die wichtigste aller Fragen geklärt werden: Welche Tätigkeit soll es sein? Als lebenserfahrener Mensch mit einem großen Fundus an Wissen bieten sich Ihnen zahlreiche Möglichkeiten an, die staatliche Rente durch ein eigenes Einkommen zu ergänzen:

  1. Existenzgründung durch Franchise
    Ein eigenes Einzelhandelsgeschäft zu eröffnen kann mit einigen Tücken verbunden sein. Mit einem Franchisepartner wird Ihnen der Weg zum eigenen Laden deutlich erleichtert. Egal, ob Tiernahrung, Blumen oder Backwaren – in Deutschland gibt es Hunderte Franchisegeber, die auf der Suche nach Verstärkung sind. Per Franchise übernehmen Sie dabei ein gelabeltes Geschäftskonzept inklusive der entsprechenden Produkte, Werbematerialien und des Firmennamens und steigen so in ein bereits bekanntes Geschäftskonzept ein. Der Vorteil: Franchise kostet weniger Geld als der komplette Eigenaufbau eines Unternehmens und beschleunigt Ihren Markteintritt rapide. Sie müssen als Franchisenehmer jedoch bedenken, dass Franchisegeber Ihre Ideen nicht aus reiner Freundschaft an selbstständige Unternehmer abtreten: Beim Franchising treten Sie ca. ein Drittel Ihres Umsatzes an die Muttergesellschaft ab.
  2. Texter, Fotograf, Blogger, Übersetzer
    Durch das Internet haben sich die Möglichkeiten der Selbstständigkeit enorm potenziert. Mittlerweile gibt es zahlreiche Plattformen, auf denen Sie nebenbei als selbstständige Person Geld verdienen können. Wenn Sie gerne schreiben, bietet sich die Arbeit auf einer Texterplattform an: Hier erstellen Sie meist Werbetexte für Onlineshops oder Ratgeber zu bestimmten Produkten. Als Webworker – also online arbeitender Selbstständiger – können Sie außerdem Ihre eigenen Fotos an Bilddatenbanken verkaufen, als Blogger Produktempfehlungen aussprechen und mit Werbelinks versehen oder als Übersetzer Ihre Dienste anbieten. Für welche Möglichkeit Sie sich entscheiden, richtet sich ganz nach Ihren persönlichen Kenntnissen und Fähigkeiten.
  3. Dozent im E-Learning oder einer lokalen Bildungsstätte
    Als Rentner haben Sie jahrelange Erfahrung im Beruf gesammelt und so einen immensen Wissensschatz aufgebaut. Warum geben Sie Ihr Können nicht als selbstständiger Dozent an die jüngere Generation weiter? Volkshochschulen, E-Learning-Plattformen und andere Bildungsstätten sind oft auf der Suche nach geeigneten Lehrkräften zu allen möglichen und unmöglichen Themengebieten. Diese Chance können Sie als selbstständiger Rentner sehr gut nutzen!
  4. Reparaturservice
    Sie kennen sich im Elektrohandwerk aus und sind ein Experte in Sachen Computer-Hardware, Fernsehtechnik oder Mobilfunk? Wie wäre es dann mit einem selbstständigen Reparaturservice? Dieser Tätigkeit können Sie natürlich auch nachgehen, wenn Sie sich mit Musikinstrumenten, Uhren oder Modelleisenbahnen auskennen. Bei freier Zeiteinteilung haben Sie so von zu Hause aus die Möglichkeit, sich beruflich mit geliebten Dingen zu beschäftigen. Ihre Kunden werden es Ihnen danken – und finanziell lohnend ist diese Geschäftsidee auch noch!
  5. Reiseführer oder Tourguide
    Als Reise- oder Fremdenführer vermitteln Sie Ihr Wissen über regionale oder überregionale Gegenden und verdienen dabei auch noch Geld. Als Begleiter einer Seniorenreise lernen Sie zudem immer neue Menschen kennen, die dankbar über Informationen und Orientierungsmöglichkeiten sind. Für diese selbstständige Tätigkeit müssen Sie nicht unbedingt viel Zeit im Ausland verbringen – auch themenbezogene Stadtführungen, geführte Spaziergänge durch die Natur oder Ausflüge mit dem Fahrrad oder Kanu werden sehr gerne gebucht.

Welche Auswirkungen hat die Selbstständigkeit auf Rentenhöhe und Steuern?

So schön eine freiberufliche Tätigkeit im Rentenalter auch sein mag – in Sachen Steuern, Versicherungen und Rentenhöhe müssen Sie dabei einige Aspekte beachten. Die gute Nachricht lautet zunächst: Wenn Sie „Vollzeitrentner“ sind – also das gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht haben – dürfen Sie unbegrenzt hinzuverdienen.
Anders sieht es aus, wenn Sie Frührentner sind, eine Hinterbliebenenrente beziehen oder sich gerade in Altersteilzeit befinden. Wenn Sie in diesen Lebensphasen ein Einkommen aus einer selbstständigen Tätigkeit erwirtschaften, kann sich das unter Umständen auf die Höhe der staatlichen Rente auswirken.
Auch in Sachen Steuern hat die Selbstständigkeit von Senioren Auswirkungen, denn über die Gewinne und Verluste in Ihrem Job müssen Sie auf jeden Fall beim Finanzamt Rechenschaft ablegen. An der jährlichen Erstellung einer Steuererklärung kommen Sie also definitiv nicht vorbei.
Schlussendlich müssen Sie bei einer Selbstständigkeit im Rentenalter eventuell zusätzliche Krankenkassenbeiträge abführen. Abhängig ist dies von den individuellen Geschäftsbedingungen Ihrer Kasse sowie der Höhe Ihrer erzielten Einkünfte. Im Falle einer privaten Krankenversicherung hat eine freiberufliche Tätigkeit aber keine Auswirkungen.
Auch wenn Sie einige steuerliche und versicherungstechnische Aspekte beachten müssen – der Schritt in die Selbstständigkeit ist für Rentner trotzdem eine schöne Möglichkeit, von der eigenen Lebenserfahrung zu profitieren und damit Geld zu verdienen. Dank schier unbegrenzter Möglichkeiten durch Internet und Mobilfunk können auch Senioren ortsungebunden und selbstbestimmt arbeiten und dabei eine ganz neue Lebensqualität erfahren. Probieren Sie es doch einfach einmal aus!

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