Selbst­ständig im Team – ge­mein­sam et­was be­wirken

Selbstständigkeit bedeutet auch, viel auf eigene Faust zu erreichen. Doch Solo-Selbstständige sind deshalb nicht allein. Teamwork ist bekanntlich der Schlüssel zum Erfolg – genau das können zum Beispiel verschiedene Gewerkschaften wie die IG Metall und ver.di, Genossenschaften sowie die Netzwerke von Berufsverbänden bieten. Welche Möglichkeiten es für Selbstständige gibt und für wen eine Mitgliedschaft sinnvoll ist, lesen Sie hier.

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Mit­glied­schaften bei Ge­werk­schaften

Gewerkschaften setzen sich für die Interessen ihrer Mitglieder ein und machen sich beispielsweise für höhere Löhne oder bessere Arbeitsbedingungen stark. Was viele Selbstständige nicht wissen: Einige Gewerkschaften bieten Mitgliedschaften für Solo-Selbstständige an.

Mit der

  • IG Metall (Industriegesellschaft Metall)

und

  • ver.di (Vereinte Dienstleistungsgesellschaft)

haben sich bereits zwei wichtige Einzelgewerkschaften auch Solo-Selbstständigen geöffnet. Sie ermöglichen Selbstständigen, Einzelunternehmen, Freelancern und Freelancerinnen sowie Crowdworker:innen eine Mitgliedschaft in der kollektiven Gewerkschaftsbewegung.

Wel­che Lei­stungen bie­ten Gewerk­schaften für Selbst­ständige?

Gewerkschaften verstehen sich als Vertreter ihrer Mitglieder – sowohl gegenüber Auftraggebenden als auch gegenüber der Politik. Im Kern geht es darum, einen Interessenausgleich zwischen Unternehmen und ihren Mitarbeitenden zu schaffen, wie beispielsweise durch die Verhandlung von Tarifverträgen. Die IG Metall und ver.di thematisieren darüber hinaus die speziellen Bedürfnisse von Solo-Selbstständigen. Dazu gehört vor allem die fehlende soziale Absicherung. Selbstständig tätige Personen müssen privat fürs Alter vorsorgen und auch für die Sozialversicherungen selbst aufkommen. Es existieren zudem keine gesetzlichen Regelungen, was den Mindestlohn betrifft.

Die IG Metall unterstützt ihre selbstständig tätigen Mitglieder konkret in folgenden Aspekten:

  • Rechtsschutz – die IG Metall hilft Ihnen bei Ihrem Forderungsmanagement und trägt die Kosten, wenn Sie Forderungen gegenüber Auftraggebenden gerichtlich oder außergerichtlich durchsetzen wollen. Der Rechtsschutz deckt auch Schadensersatzansprüche und Konventionalstrafen bis zu einer bestimmten Höhe ab. Die IG Metall vertritt Sie weiterhin bei juristischen Auseinandersetzungen mit der Rentenversicherung, Ihrer Krankenkasse sowie den Berufsgenossenschaften oder der Bundesagentur für Arbeit.
  • Rechtsberatung – wenn Sie Fragen zu Urheber-, Marken- und Patentrechten haben, berät Sie ein fachkundiger Rechtsbeistand.
  • Unterstützungsleistungen – falls Sie in eine Notlage geraten und Ihre berufliche Existenz zum Beispiel durch eine Naturkatastrophe bedroht ist, gewährt Ihnen die Industriegewerkschaft finanzielle Hilfe.
  • Freizeitunfallversicherung – die Unfallversicherung für Solo-Selbstständige umfasst Krankenhaustagegeld, Invaliditätsleistungen und Todesfallentschädigung.
  • Crowdwork – die Infoseite für Crowdworker ermöglicht Crowdworkern und Crowdworkerinnen den Austausch miteinander und veröffentlicht Bewertungen zu den größten Plattformen für Crowdwork.


Die Vereinte Dienstleistungsgesellschaft ver.di organisiert Stammtische sowie Treffen für Solo-Selbstständige und bietet Anlaufstellen bei beruflichen Fragen. Der Schwerpunkt der Gewerkschaftsbewegung liegt unter anderem auf ehrenamtlichem Engagement in regionalen Gruppen – dabei geht es beispielsweise um die Themen Rente und Honorargestaltung. Unterstützung erhalten Solo-Selbstständige zudem auf Bundesebene durch das Referat Selbstständige.

Für wen sind die Einzel­gewerk­schaften intere­ssant?

Die IG Metall vertritt Betriebe aus der ITK-Branche, der Stahlindustrie, der Metall- und Elektroindustrie, der Textil- und Bekleidungsbranche, der Holz- und Kunststoffindustrie sowie dem Handwerk.

Dagegen richtet sich ver.di mit ihrem Angebot an Solo-Selbstständige, die unter anderem in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Gesundheit, Handel, Bildung, Medien, Kultur und IT tätig sind. Daneben vertritt die Gewerkschaft auch Personen in abhängiger Selbstständigkeit, dazu zählen beispielsweise Kurierfahrer:innen und Haushaltshilfen.

Tipp

Informieren Sie sich hier über die Mitgliedschaften für Solo-Selbstständige bei der IG Metall und bei ver.di.

Ge­nossen­schaften für Selbst­ständige

Genossenschaften stellen ein neues Arbeitsmodell für Solo-Selbstständige dar – und zwar in Form eines Gemeinschaftsunternehmens. Basis hierfür sind die Prinzipien der Solidarwirtschaft und Sharing Economy. Eine der bekanntesten Genossenschaften ist die SMartDe eG. Mitglieder sind bei der Genossenschaft angestellt und wickeln Aufträge über das Gemeinschaftsunternehmen ab, arbeiten aber wie gewohnt mit ihrem eigenen Stamm an Kundschaft zusammen.

Welche Vor­teile bringt eine Ge­nossen­schaft mit sich?

Das sind Vorteile der genossenschaftlichen Lösung für Solo-Selbstständige:

  • Da die Genossenschaft die administrativen Aufgaben übernimmt, können Sie sich Ihren Kernaufgaben widmen.
  • Durch das Angestelltenverhältnis profitieren Mitglieder von der gesetzlichen Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung. Sie sind zudem unfall- und haftpflichtversichert.
  • Die Genossenschaft übernimmt die Rechnungsstellung und bietet Mitgliedern eine Zahlungsgarantie. Sie erhalten somit ein konstantes Gehalt, basierend auf ihren eingeworbenen Aufträgen und durchschnittlichen Einnahmen.
     

Für wen ist eine Ge­nossen­schaft interessant?

Die Genossenschaft SMartDe nimmt Solo-Selbstständige als Mitglieder auf, die Dienstleistungen anbieten. Die Genossenschaftsmitglieder sind in verschiedenen Berufsbereichen wie IT und Software, Unternehmensberatung oder in der Kreativbranche tätig. Voraussetzung ist, dass Sie für Ihre Arbeit keine Zulassung benötigen.

Netz­werke, Ver­bände und Ver­eine für Selbst­ständige

Networking ist vor allem für Gründerinnen und Gründer sowie Start-ups ein wichtiger Erfolgsfaktor. Denn Kontakte können Ihnen weiterhelfen und möglicherweise Türen öffnen, wenn Sie selbst an Ihre Grenzen geraten. Netzwerke bieten Ihnen Chance, Gleichgesinnte zu treffen und sich auszutauschen. Einige Beispiele hierfür sind die regionalen Selbstständigen-Netzwerke der IHK sowie der VGSD (Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e. V.) und der VdSuF (Verband der Selbstständigen und Freiberufler e. V.).

Die Serviceleistungen der Verbände sind vielfältig und umfassen in der Regel folgende Angebote: Veranstaltungen für Mitglieder, Informationen über Steuer- und Rechtsfragen, Hilfe bei der Beantragung von Fördermitteln sowie Tipps für die Unternehmenspraxis.