Photo­vol­taik­anlage – grüne En­ergie vom Haus­dach

  • Mit einer Photovoltaikanlage erzeugen Sie Strom direkt auf dem eigenen Dach und können Ihre Stromkosten langfristig senken.
  • Dabei ist vor allem der Eigenverbrauch interessant: Je mehr Solarstrom Sie selbst nutzen, desto weniger Strom müssen Sie aus dem Netz beziehen.
  • Batteriespeicher, Wallbox, Wärmepumpe, Klimaanlage oder smarte Timer helfen dabei, den selbst erzeugten Strom besser im Haushalt einzusetzen.

Tipp

Modernisierungsdarlehen mit staatlicher Förderung

Photo­vol­taik: Warum lohnt sich eine PV-An­lage heute noch?

Die Einspeisevergütung für Solarstrom ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Seit Einführung des EEG im Jahr 2000 ist die Vergütung für neue PV-Anlagen um rund 80 bis 90 Prozent zurückgegangen. Für neue Dachanlagen liegen Sie bei einer Teileinspeisung knapp unter 8 Cent pro kWh. Im Jahr 2000 gab es noch ca. 50 Cent pro kWh, allerdings war dieser Wert schon 2015 auf knapp 12,5 Cent pro kWh gesunken.

Eigen­ver­brauch senkt die Strom­kosten

Die Einspeisung spielt weiterhin eine Rolle, wirtschaftlich wichtiger ist heute aber häufig der Eigenverbrauch. Strom vom eigenen Dach ist meist günstiger als Haushaltsstrom aus dem Netz. Daher kann es sich lohnen, möglichst viel Solarstrom direkt im Haushalt zu nutzen – etwa für die Waschmaschine, Spülmaschine, Wärmepumpe, Klimaanlage oder das Laden eines E-Autos. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt mit einer 5-kWp-Anlage nutzt ohne Speicher oft etwa 20 bis 30 Prozent des erzeugten Stroms selbst. Mit Batteriespeicher kann der Eigenverbrauch auf etwa 50 bis 70 Prozent steigen.

Smarte Steuerung ver­bessert die Nutzung

Ihren Eigenverbrauch können Sie auch ohne großen Umbau verbessern. Viele Geräte lassen sich per Timer, App oder Energiemanagementsystem dann starten, wenn die PV-Anlage gerade viel Strom liefert. Beispielsweise läuft die Spülmaschine am späten Vormittag oder die Wallbox am Nachmittag. Moderne Energiemanagementsysteme können solche Verbraucher automatisch ansteuern und z. B. die Wärmepumpe oder das Laden eines Elektroautos bei Sonnenschein starten.

Gut zu wissen

Für neue PV-Anlagen richtet sich die Einspeisevergütung nach dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme, der Anlagengröße und der Art der Einspeisung. Für Dachanlagen bis 10 kWp gelten bei Inbetriebnahme vom 1. Februar bis 31. Juli 2026 folgende Sätze:

  • Teileinspeisung: 7,78 Cent pro kWh
  • Volleinspeisung: 12,34 Cent pro kWh

Bei größeren Anlagen gelten gestaffelte Sätze. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht die jeweils aktuellen Fördersätze.

Photo­vol­taikan­lage planen – was ist wichtig?

Solarstrom ist nicht automatisch rentabel. Da sich aus den Strahlen der Sonne nicht rund um die Uhr Strom erzeugen lässt, ist eine sorgfältige Planung ein Muss: Dabei spielt es eine Rolle, welche Strommengen Sie voraussichtlich zu welchen Tageszeiten verbrauchen werden. Es gibt mehrere Einflussfaktoren, die sich auf die Rendite einer Photovoltaikanlage auswirken:

  • Die optimale Größe bzw. Leistung der Anlage ist individuell unterschiedlich und richtet sich unter anderem nach der vorhandenen Dachfläche, Ihrem Stromverbrauch und dem gewünschten Eigenverbrauchsanteil. Größere Anlagen rentieren sich grundsätzlich mehr, da sie pro Kilowatt Leistung günstiger sind als kleinere.
  • Der Eigenverbrauch wirkt sich unmittelbar auf die Rendite aus. Das liegt an der niedrigen Einspeisevergütung, die Sie für Ihren überschüssigen Strom erhalten. Planen Sie daher mit einer Eigenverbrauchsquote von mindestens 20 Prozent.
  • Die Kosten für Photovoltaikanlagen variieren. Holen Sie mehrere Angebote von Fachbetrieben ein und vergleichen Sie diese miteinander. Neben dem Preis sollten selbstverständlich Aspekte wie die Erfahrung des Installateurs und die Qualität der Komponenten berücksichtigt werden.
  • Stromspeicher können den Eigenverbrauch und damit die Rendite der Anlage steigern. Wirtschaftlich sind die Batteriespeicher allerdings oftmals nur, wenn Sie durch eine Photovoltaik-Förderung die Anschaffungskosten senken.

Tipp

Photovoltaik berechnen und Rendite einer Solaranlage ermitteln: Mit dem Photovoltaik-Rechner der Stiftung Warentest finden Sie heraus, ob sich Ihre geplante Solaranlage finanziell lohnt.

Was kostet eine Photo­voltaik­anlage?

Eine Photovoltaikanlage ist heute oft günstiger als noch vor einigen Jahren. Wie teuer die Anlage im Einzelfall wird, hängt vor allem von der Leistung, der Dachfläche, dem Montageaufwand, dem Wechselrichter, einem möglichen Batteriespeicher und dem Zustand des Zählerschranks ab. Holen Sie deshalb mehrere Angebote ein und vergleichen Sie nicht nur den Preis. Wichtig sind die Leistung, Garantien und enthaltene Arbeiten.

Zur Orientierung: Eine PV-Anlage mit 5 kWp ohne Speicher kostet aktuell ab etwa 10.000 Euro, mit Speicher ab etwa 13.000 Euro. Für eine 10-kWp-Anlage liegen die Kosten ohne Speicher bei rund 14.000 Euro, mit Speicher bei rund 20.000 Euro. Je nach Gebäude und Anbieter können die tatsächlichen Kosten jedoch deutlich abweichen.

Tipp

Für viele Photovoltaikanlagen auf oder in der Nähe von Wohngebäuden gilt seit 2023 ein Umsatzsteuersatz von null Prozent. Das betrifft unter anderem Solarmodule, Wechselrichter und Batteriespeicher.

Photovoltaik: Förderung und Finanzierung

Für Photovoltaikanlagen gibt es verschiedene Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten. Dazu gehören:

  • KfW-Förderkredit: Über das Programm „Erneuerbare Energien – Standard 270“ können Privatpersonen unter bestimmten Voraussetzungen einen Kredit für Photovoltaikanlagen nutzen. Voraussetzung ist unter anderem, dass zumindest ein Teil des erzeugten Stroms eingespeist oder verkauft wird. Der Kredit kann bis zu 100 Prozent der Investitionskosten abdecken.
  • BAFA-Energieberatung: Das BAFA fördert keine klassische PV-Anlage als Einzelmaßnahme, unterstützt aber die Energieberatung für Wohngebäude. Dabei lässt sich auch prüfen, welche energetischen Maßnahmen sinnvoll sind und wie Photovoltaik in das Gesamtkonzept für eine Immobilie passt. Die BAFA-Förderung für Energieberatung Wohngebäude beträgt 50 Prozent des förderfähigen Beratungshonorars, maximal 650 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern.
  • Regionale Programme: Einige Bundesländer, Städte und Kommunen bieten eigene Zuschüsse, z. B. für Batteriespeicher, Wallboxen oder Photovoltaikanlagen. Diese Programme ändern sich häufig, daher lohnt sich ein aktueller Fördercheck vor der Beauftragung.

Wichtig ist: Den Förderantrag für Ihre Photovoltaikanlage müssen Sie meist frühzeitig stellen, noch bevor Sie einen Kaufvertrag unterschreiben oder einen Fachbetrieb beauftragen.

FAQ – häufige Fragen und Antworten zu Photovoltaik

Finden Sie hier weiterführende Tipps und Information rund um das Thema Photovoltaikanlagen.

Photovoltaik – was passiert, wenn kein Strom abgenommen wird?

In dieser Situation sind keine technischen Probleme zu befürchten. Es steigt zwar vorübergehend die Spannung im Solarmodul an, allerdings sind dadurch keine Beschädigungen möglich.

Ab welcher Fläche lohnt sich Photovoltaik?

Wie viel Fläche Ihnen zur Verfügung steht, entscheidet über die mögliche Leistung Ihrer PV-Anlage. Die Faustformel lautet: Pro Kilowatt-Peak (kWp) benötigen Sie sechs bis acht Quadratmeter Modulfläche. Je 1 kWp installierter Anlagenleistung (ca. 3 PV-Module) lassen sich rund 1.000 kWh Strom im Jahr erzeugen. PV-Anlagen haben üblicherweise eine Größe zwischen 7 und 15 kWp. Sinnvoll kann eine Photovoltaikanlage daher schon auf kleinen Dachflächen sein.

Wer baut Photovoltaikanlagen aufs Dach?

Um die fachgerechte Installation einer Solaranlage kümmert sich ein beauftragter Fachbetrieb (Solarteur). Das ist empfehlenswert, damit die Garantie erhalten bleibt und die Anlage reibungslos funktioniert.

Wer ist Eigentümer:in einer Photovoltaikanlage?

Wer die Anlage vollständig bezahlt hat und betreibt, ist auch der Eigentümer oder die Eigentümerin der Module – und hat damit den Besitz der Anlage inne. Wer die hohen Anschaffungskosten allerdings scheut, kann eine Photovoltaik alternativ auch mieten oder pachten. Laufende Kosten wie Reparaturen, Wartung und Versicherungen sind bei einigen Mietmodellen inklusive, sodass die Ausgaben planbar bleiben.

Muss ich den Eigen­ver­brauch bei Photo­voltaik­anlagen ver­steuern?

Bei vielen neuen privaten Photovoltaikanlagen fällt auf den selbst verbrauchten Strom keine Umsatzsteuer an. Das gilt insbesondere, wenn Sie die Anlage zum Nullsteuersatz gekauft haben. Anders kann es bei älteren Anlagen sein, die vor dem 1. Januar 2023 gekauft und dem Unternehmen zugeordnet wurden. Im Zweifel hilft eine steuerliche Beratung.

Wie kann ich mehr Solar­strom selbst ver­brauchen?

Den Eigenverbrauch erhöhen Sie, indem Sie Strom möglichst dann nutzen, wenn die PV-Anlage viel produziert. Dabei helfen Timer, smarte Steckdosen oder ein Energiemanagementsystem.

Muss ich eine Photo­voltaik­anlage anmelden?

Ja, Ihre Photovoltaikanlage müssen Sie im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registrieren. Für Anlagen und Einheiten gilt grundsätzlich eine Frist von einem Monat ab Inbetriebnahme. Wenden Sie sich bei Fragen zur Anmeldung an Ihren Fachbetrieb.