Heizöl kaufen – 9 Spartipps für den Heizölkauf

Die Kosten für Heizöl gehen derzeit durch die Decke: Aufgrund der hohen Nachfrage sind die Heizölpreise auf rund 80 Euro pro 100 Liter (Stand 5. Dezember 2021) geklettert. Ein Preistreiber ist dabei auch die CO2-Steuer, die seit Anfang 2021 gilt und den Heizölkauf verteuert. Für viele Haushalte entsteht dadurch ein merkliches Plus bei den Lebenshaltungskosten. Doch mit den folgenden neun Tipps können Sie beim Heizölkauf kräftig sparen.

Tipp 1: Wann ist Heizöl am günstigsten?

Während Haushalte vor gut einem Jahr noch durchschnittlich unter 50 Euro pro 100 Liter Heizöl zahlten, ist es heute deutlich mehr: Zwischenzeitlich stiegen die Kosten beim Heizölkauf Mitte Oktober auf 90 Euro pro 100 Liter an. Damit war Heizöl so teuer wie zuletzt im Jahr 2012. Trotz des generellen Anstiegs: Der Preis ist Schwankungen unterworfen. Daher ist für die Höhe Ihrer Rechnung auch der Bestellzeitpunkt wichtig. Wie viel Sie sparen können, zeigt folgendes Rechenbeispiel:

Zwischen dem 15. September und dem 15. Oktober 2021 stieg der durchschnittliche Preis für 100 Liter Heizöl um knapp 18 Euro – bei 3.000 Litern ergibt das Mehrkosten von fast 540 Euro.

Diese Frage stellt sich daher immer: Soll ich jetzt Heizöl kaufen oder warten? Als preisbewusster Heizölkäufer kommen Sie jedoch ums Spekulieren nicht herum. Dafür ist es empfehlenswert, die Entwicklung der Heizölpreise im Blick zu behalten. Aktuelle Daten und Prognosen zur Heizölpreisentwicklung finden Sie zum Beispiel online auf den Seiten vieler Heizölanbieter.
Allgemein gilt für die Preisentwicklung von Heizöl folgende Faustregel: Pünktlich zum Herbstanfang beginnen die Preise für Heizöl aufgrund der starken Nachfrage zu steigen. Daher zahlt es sich aus, spätestens im Oktober neues Heizöl zu kaufen. Wer mehr sparen möchte, füllt seinen Tank nach dem großen Ansturm noch einmal auf: Ein guter Zeitpunkt für die Bestellung ist meist der Januar oder Februar, dann ist der Preis meistens besonders niedrig. Neben den saisonalen Schwankungen spielen allerdings weitere Faktoren eine Rolle, etwa die Nachfragesituation auf den weltweiten Märkten. Daher steht es nicht immer eindeutig fest, wann Sie Heizöl am günstigsten einkaufen können.

Tipp 2: Nutzen Sie Ihr Widerrufsrecht beim Heizölkauf

Sie haben Öl bestellt und die Heizölpreise fallen kurz darauf dramatisch? Dann können Sie den Kauf rückgängig machen. Seit 2015 steht Käufern, die ihr Heizöl im Fernabsatz ordern – also per Internet, Telefon oder Fax –, ein 14-tägiges Widerrufsrecht zu. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden (Az. VIII ZR 249/14). Voraussetzung ist natürlich, dass das Heizöl noch nicht geliefert wurde.
Mancher Händler versucht derzeit, diese Regelung zu umgehen: Die Heizölhändler weisen diesbezüglich darauf hin, dass der Preis beim Heizölkauf von Schwankungen auf dem Finanzmarkt abhängt. Deshalb soll kein Widerrufsrecht gelten. Dieser Argumentation hat der Bundesgerichtshof jedoch kürzlich widersprochen (Urteil vom 17.6.21, Az.: VIII ZR 249/14) und festgestellt, dass sehr wohl ein gültiges Widerrufsrecht beim Heizölkauf besteht.

Tipp 3: Vergleichen Sie die tagesaktuellen Heizölpreise

Auch für den Heizölkauf gibt es Preisvergleichsportale im Internet. Um den günstigsten Lieferanten für den Heizölkauf zu finden, sollten Sie aber mehrere Portale zurate ziehen, um einen möglichst neutralen Querschnitt der Ergebnisse zu erhalten. Falls Sie nicht über ein entsprechendes Portal bestellen möchten, können Sie nach dem Preisvergleich den Händler Ihrer Wahl direkt ansprechen und um die entsprechenden Konditionen bitten.

Tipp 4: Lagern Sie größere Mengen ein

Wenn Sie Heizöl in kleinen Mengen kaufen, ist der Literpreis höher. Dreimal 1.000 Liter Heizöl kosten nach Berechnungen des Portals HeizOel24 mindestens 200 Euro mehr als eine 3.000-Liter-Partie (Stand: 5. Dezember 2021). Können Sie zu einem günstigen Preis bestellen, sparen Sie durch den Nachlass bei größeren Mengen gleich doppelt.

Tipp 5: Flexibilität bei der Lieferung

Sparen Sie, indem Sie bei der Lieferung flexibel sind. Brauchen Sie das Heizöl kurzfristig und haben nur am Nachmittag Zeit, zahlen Sie mehr, als wenn Sie mit zeitlichem Vorlauf bestellen und nicht auf einen bestimmten Anlieferungszeitpunkt angewiesen sind.

Tipp 6: Machen Sie eine Sammelbestellung

Je mehr Nachbarn sich zusammenschließen, desto günstiger werden die Heizölpreise pro Liter. Der Grund dafür liegt in Mengenrabatten und geteilten Anfahrtskosten, wenn die Lieferung mit nur einem Lastzug erfolgen kann. Die Lieferorte dürfen allerdings nicht weit auseinanderliegen. Fragen Sie Ihren Anbieter nach den Konditionen für eine Sammelbestellung für Ihren Heizölkauf. Passen Sie allerdings auf, dass Sie als bestellende Person nicht auf den Kosten sitzen bleiben: Bitten Sie den Heizölhändler darum, separate Rechnungen für jeden Haushalt auszustellen.

Tipp 7: Zusatzkosten vergleichen

Erfragen Sie beim Vergleich der Heizölpreise auch Zusatzkosten. Manche Heizölhändler berechnen etwa versteckte Aufschläge oder Lieferpauschalen, die einen günstigen Heizölpreis im Nachhinein unerwartet verteuern. Die gesetzliche CO2-Abgabe sollte in der Preisübersicht immer gesondert aufgeführt sein.

Tipp 8: Heizöl online kaufen und sparen

Heizölhändler, die ihre Preise im Internet transparent ausweisen, müssen knapp kalkulieren. Nur so können sie wettbewerbsfähig bleiben. Sie können dadurch oft einige Cent pro Liter sparen.
Auf vielen Websites lässt sich ein Preis-Alarm oder ein Newsletter abonnieren. So behalten Sie die Heizölpreisentwicklung stets im Blick.

Tipp 9: Energiesparen ist Pflicht

Heizpreise hin oder her: Wer langfristig Heizkosten sparen will, muss seinen Energieverbrauch senken – und zwar dauerhaft. Ein guter Weg ist die Investition in aktuelle Heiztechnik. Ein moderner Öl-Brennwertkessel etwa benötigt bis zu 30 Prozent weniger Energie als ein in die Jahre gekommener Standardheizkessel. So fällt der Heizölkauf kleiner aus und das spart bares Geld.

Unter Umständen ist der Austausch des Kessels sogar Pflicht. Denn schon seit Jahresbeginn 2016 dürfen mit einigen Ausnahmen keine Standardheizkessel üblicher Größe mehr betrieben werden, wenn sie älter als 30 Jahre sind. So sieht es die Energieeinsparverordnung (EnEV) vor.

Noch mehr Energiekosten können Sie mit einer umfassenden energetischen Modernisierung sparen. Denn die effizienteste Heiztechnik nützt nur wenig, wenn die Wärme gleich wieder entweicht – zum Beispiel durch schlecht gedämmte Fenster und Türen. 

Ab 2026 ist der Einbau einer neuen Ölheizungen nur noch in Ausnahmefällen erlaubt, so sieht es der § 72 GEG „Betriebsverbot für Heizkessel, Ölheizungen“ vor. Spätestens dann steht die Überlegung an, fossilen Brennstoffen abzuschwören und auf zukunftsweisende Technik umzurüsten.Mit erneuerbaren Energien heizen Sie Ihr Haus nicht nur kostensparend, sondern auch klimaschonend.

Tipp

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