Eigenleistung beim Hausbau – Geld sparen mit der Muskelhypothek

Bis zu etwa 20 Prozent der gesamten Baukosten können Sie durch Eigenleistung sparen. Das hat der Verband Privater Bauherren (VPB) berechnet. Auf den maximalen Betrag kommen Sie allerdings nur, wenn Sie in erheblichem Umfang selbst mit anpacken. Einen realistischen Spareffekt beziffert der VPB daher eher mit etwa zehn Prozent.

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Muskelhypothek als Eigenkapital

Gut zu wissen: Bis zu 20.000 Euro der durch Eigenleistung beim Hausbau gesparten Baukosten werden von den Banken als Eigenkapital anerkannt. Allerdings sollte ein Fachmann, etwa der Bauunternehmer oder Architekt, den Wert der Muskelhypothek bestätigen.

Das Sparpotenzial der in Eigenleistung erbrachten Arbeiten ist natürlich abhängig von der Größe des Hauses, den verwendeten Materialien und weiteren Faktoren. Richtwerte liefert die folgende Auflistung des VPB für mögliche Do-it-yourself-Einsparungen beim Bau eines 140 Quadratmeter großen Reihenhauses (Stand 2017).

Gewerk
 
Ersparnis
 
Malen und Tapezieren
 
ca. 4.300 – 5.000 Euro
 
Fußböden verlegen
 
ca. 3.000 – 3.500 Euro
 
Fliesen verlegen
 
ca. 1.800 – 1.900 Euro
 
Dach ausbauen
 
ca. 3.200 – 4.100 Euro
 
Garten anlegen
 
ca. 1.000 Euro
 

Von Bausatz- und Ausbauhäusern

Natürlich können Sie, Zeit und handwerkliches Geschick vorausgesetzt, beim Hausbau grundsätzlich selbst aktiv werden. Ein ideales Betätigungsfeld für ambitionierte Selbermacher eröffnen Fertighäuser. Etliche Fertighaushersteller bieten von vornherein die Möglichkeit zur Eigenleistung der Bauherren an. Die Krönung sind sogenannte Bausatzhäuser: Der Hersteller liefert hier sämtliche Materialien, die für den Rohbau benötigt werden, inklusive Bauplänen und -anleitungen. Den Rest erledigt der Bauherr selbst. Zusätzlich können für den Innenausbau in Eigenleistung passende Materialpakete bezogen werden. Diese Selbstbauvariante eignet sich ausschließlich für Bauherren mit viel Zeit und Erfahrung.

Komfortabler präsentieren sich Ausbauhäuser, die in verschiedenen Ausbaustufen verfügbar sind. Hier errichtet der Hersteller üblicherweise den kompletten Rohbau inklusive einmontierter Fenster und Türen. Als Bauherr haben Sie die Wahl, wie viel Eigenleistung zum Hausbau Sie beisteuern wollen. Oft bieten die Hersteller zudem Ausbaupakete an, die bereits alle notwendigen und aufeinander abgestimmten Materialien enthalten. Der Vorteil für Selbermacher: Sie erhalten – und zahlen – nur das, was Sie wirklich benötigen.

 

Was können Sie selbst, was sollte der Fachmann erledigen?

Damit Sie sich bei der Eigenleistung beim Hausbau nicht übernehmen, ist es wichtig, das eigene Potenzial richtig zu bewerten. Unsere Checkliste hilft Ihnen dabei, einen Überblick zu erhalten, was Sie durch eigenen Einsatz erledigen können und welche Arbeiten Sie besser dem Fachmann überlassen. Kreuzen Sie einfach an, was Sie sich selbst zutrauen, und ermitteln Sie, wie hoch die Muskelhypothek realistisch ausfallen darf.