Feuer­löscher – wis­sen, was wichtig ist

  • Zu rund 200.000 Bränden rückte die Feuerwehr 2021 in Deutschland aus.
  • Einige dieser Feuer hätte durch einen Feuerlöscher gelöscht werden können.
  • Tipps über diverse Arten von Feuerlöschern und wichtige Hinweise zur Wartung und Entsorgung. 

Unser Tipp

Bausparen

(Quelle: Statista, Stand 2021; neuere Zahlen nicht verfügbar)

Wel­che Arten von Feuer­löscher gibt es?

In Deutschland gibt es keine Pflicht für Immobilienbesitzer, sich einen Feuerlöscher anzuschaffen. Dennoch ist die Auswahl groß, wie die folgende Übersicht zeigt:

  • Schaum-Feuerlöscher sind wohl die gängigsten Modelle. Sie sind leistungsstark und hinterlassen nahezu keine Verschmutzungen – der Schaum lässt sich nach dem Einsatz wieder wegwischen.
  • Pulver-Feuerlöscher haben eine besonders große Löschkraft. Allerdings verschmutzen sie den Einsatzort sehr stark: Das Pulver setzt sich in jede kleine Rille ab und kann in Verbindung mit Feuchtigkeit sogar die Oberflächen angreifen.
  • Wasser-Feuerlöscher hinterlassen dagegen kaum Rückstände. Allerdings verursacht das Wasser zumeist Schäden an Möbeln, Fußböden und Wänden.
  • Mit Kohlendioxid-Feuerlöschern können Sie vollkommen ohne Rückstände löschen – das Feuer wird einfach erstickt. Allerdings ist diese Variante etwas teurer als andere Modelle.

Brand­klasse ist ent­scheidend

Beim Kauf sollten Sie darauf achten, für welche Brandklasse der jeweilige Feuerlöscher geeignet ist. Nach der europäischen Norm EN 2 gilt folgende Klassifizierung:

  • Brandklasse A: feste Stoffe wie zum Beispiel Holz, Papier oder Textilien,
  • Brandklasse B: flüssige und schmelzende Stoffe, also etwa Alkohol, Benzin, PVC oder Wachs,
  • Brandklasse C: Gase, beispielsweise Propan, Butan, Erdgas oder Wasserstoff,
  • Brandklasse D: Metalle wie Aluminium,
  • Brandklasse F: tierische oder pflanzliche Speiseöle und -fette.

Gut zu wissen

Brandklasse E umfasste Brände in elektrischen Niederstromanlagen bis maximal 1.000 Volt. Da alle Feuerlöscher hierfür eingesetzt werden können, wurde diese Klasse inzwischen gestrichen.

Feuer­löscher für den Haus­ge­brauch

Für welche Brandklasse ein Feuerlöscher geeignet ist, können Sie an der Außenseite der Flasche ablesen. Viele Modelle sind gleichzeitig für Brände der Klasse A und B vorgesehen.

Für Ihr Zuhause reicht ein solcher Kombi-Feuerlöscher also aus. Allerdings sollten Sie unbedingt beachten, dass Sie Brände, die durch entzündetes Fett beispielsweise beim Kochen ausgelöst wurden, niemals mit Wasser löschen – der Brandherd kann sich durch Spritzer noch vergrößern. Hier sollten Sie also auf ein Gerät für die Brandklasse F setzen. Und falls Ihr Computer im Arbeitszimmer Feuer gefangen hat, lohnt vielleicht die Anschaffung eines Kohlendioxid-Feuerlöschers, der alle anderen Geräte in der Umgebung von Löschschäden verschont.

Tipp

Feuerlöscher gibt es nicht nur in verschiedenen Varianten, sondern auch in unterschiedlichen Größen. Bei der Auswahl sollten Sie bedenken: Kleine Geräte beinhalten nur wenig Löschmittel, große Geräte sind dagegen manchmal so schwer, dass sie nicht von allen Hausbewohnern getragen werden können. Die Feuerwehren empfehlen deshalb Feuerlöscher mit einem Gewicht von rund sechs Kilogramm.

Platzierung des Feuer­löschers

Stellen Sie den Feuerlöscher so auf, dass er jederzeit für alle Hausbewohner gut zu erreichen und somit griffbereit ist, zum Beispiel im Hausflur. Optimal ist es, wenn Sie auf jeder Etage Ihrer Immobilie ein Gerät deponieren. Werfen Sie regelmäßig einen Blick auf die aufgedruckte Bedienungsanleitung, sodass Sie sich im Ernstfall an die wichtigsten Handgriffe erinnern.

War­tung eines Feuer­löschers

Mindestens alle zwei Jahre sollten Sie den Feuerlöscher von einem Brandschutz-Fachbetrieb warten lassen. Hierfür zahlen Sie zwischen 15 und 30 Euro. Ein qualifiziertes Unternehmen finden Sie auf der Webseite des Bundesverbands der Brandschutz-Betriebe. Die Fachleute übernehmen auch das Auffüllen der Feuerlöscher nach Gebrauch. Dies sollten Sie übrigens auch dann veranlassen, wenn noch Löschmittel in der Flasche übrig geblieben ist. Die restliche Füllmenge produziert nämlich bei einem erneuten Einsatz nicht genügend Druck, um die Flammen zu löschen.

Ent­sorgung des Feuer­löschers

Spätestens nach 25 Jahren sollten Sie den Feuerlöscher entsorgen, da aufgrund des Drucks in der Flasche das Material ermüden kann. Die Rückgabe erfolgt in der Regel über den Wertstoffhof Ihrer Kommune. Zudem nehmen auch einige Hersteller und Brandschutzfirmen das alte Gerät zurück. Ein Feuerlöscher gehört nicht in den Hausmüll.

Gut zu wissen

Feuerlöscher haben nur eine sehr begrenzte Einsatzdauer. Deshalb können sie auch nur bei kleinen Bränden, die gerade im Entstehen sind, erfolgreich eingesetzt werden. Sobald sich das Feuer im Raum ausgebreitet hat, wird es gefährlich: Hohe Temperaturen und giftige Rauchgase entstehen, sodass nur noch ausgebildete Feuerwehrleute löschen sollten.