Renteninformation – sorgfältiges Lesen schützt vor Rentenlücken

Auch wenn für viele Arbeitnehmer der Ruhestand noch in weiter Ferne liegt, kann ein Blick auf die Renteninformation schon jetzt sinnvoll sein. Denn sie zeigt auf, wie es um die künftige gesetzliche Rente bestellt ist. Lesen Sie hier, worauf Sie achten sollten, wenn Sie Ihre Renteninformation erhalten!

Was steht in den Renteninformationen?

Hierzulande bekommen die meisten Arbeitnehmer regelmäßig Post von der Deutschen Rentenversicherung. Der Versicherungsträger verschickt einmal jährlich die sogenannte Renteninformation automatisch an alle Versicherten, die 27 Jahre und älter sind. Das Schreiben klärt über die individuellen Rentenansprüche auf, wenn mindestens fünf Jahre lang Beiträge gezahlt wurden. Dieser Zeitraum ist Grundvoraussetzung für einen Rentenanspruch. Jährlich verschickt die Deutsche Rentenversicherung somit insgesamt rund 30 Millionen Renteninformationen. Zusätzlich informiert die Behörde auf ihrer Webseite über die gesetzlichen Grundlagen zum Thema.

In der Renteninformation finden sich folgende Angaben:

  • bisher erworbene Rentenansprüche
  • Hochrechnung über die Höhe der voraussichtlichen Altersrente
  • Rentenansprüche bei Erwerbsminderung

Die gesetzliche Rente hängt vor allem von der Höhe der Beiträge ab, die der Versicherte, sein Arbeitgeber und eventuell weitere Stellen im Laufe des Erwerbslebens einzahlen. Der individuelle Beitrag errechnet sich in der Regel aus dem Verdienst. Die Renteninformation nennt die Summe aller Beiträge, die bereits eingezahlt wurden. Auch die Beiträge des Arbeitgebers und eventuell weiterer Stellen – etwa der Agentur für Arbeit oder Ihrer Krankenkasse – sind hier aufgeführt.

Beitragspflichtige Jahresverdienste werden in sogenannte Entgeltpunkte umgerechnet. Diese sind Grundlage für die Berechnung der späteren Rente. Wer ein Jahr lang genauso viel wie der Durchschnitt aller Rentenversicherten (Arbeitnehmer) verdient hat, erhält einen Entgeltpunkt. Im Jahr 2018 lag das Durchschnittsentgelt beispielsweise bei 37.077 Euro. Bei einem höheren oder geringeren Verdienst gibt es entsprechend mehr oder weniger Entgeltpunkte. Mit jeder neuen Renteninformation wird der aktuelle Stand an Entgeltpunkten mitgeteilt.

In der Renteninformation finden Sie außerdem die Höhe einer möglichen Rente wegen voller Erwerbsminderung – nach heutigem Stand. Diese Rente erhalten Versicherte, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen keiner Arbeit mehr nachgehen können. Eine Rente wegen voller Erwerbsminderung ist unabhängig vom Alter des Versicherungsnehmers. Für die Berechnung dieser Rente werden die ermittelten Entgeltpunkte mit dem aktuellen Rentenwert vervielfältigt.

Die Renteninformation zeigt Ihnen zudem die Höhe Ihrer Altersrente zu dem Zeitpunkt, an dem Sie die Regelaltersgrenze erreichen. Grundlage sind bisher erworbene Anwartschaften und der heute geltende aktuelle Rentenwert. Liegt Ihr Ruhestand noch in weiter Ferne, wird diese Angabe entsprechend niedrig ausfallen.

Die Höhe der Altersrente zum Zeitpunkt des Rentenbeginns wird ebenfalls in der Renteninformation prognostiziert. Hier geht die Rentenversicherung davon aus, dass Sie in den Jahren bis zu Ihrer Regelaltersgrenze – im Verhältnis zum Durchschnittsentgelt aller Versicherten – so viel verdienen werden wie im Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

Tipp

In der Renteninformation werden grundsätzlich Bruttobeträge ausgewiesen. Um Ihre Nettorente zu berechnen, müssen Sie Ihre individuellen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie eventuelle Steuerlasten abziehen.

Versicherungsverlauf für alle Arbeitnehmer ab 43 Jahren

Im Alter von 43 Jahren erhalten Versicherte automatisch einen detaillierten Versicherungsverlauf. Dieser zeigt, welche Versicherungszeiten zur Berechnung der gesetzlichen Rente im individuellen Fall herangezogen werden, u. a. sind das

  • Schul- und Studienzeiten ab dem 17. Lebensjahr (maximal acht Jahre)
  • Zeiten der Berufsausbildung
  • Zeiten der Kindererziehung (bis 1991 maximal 24 Monate, danach höchstens 36 Monate)
  • Zeiten der Berufstätigkeit
  • Zeiten mit längerer Krankheit, in denen Krankengeld bezogen wurde
  • Zeiten der Arbeitsunfähigkeit oder Rehabilitation
  • Zeiten der Schwangerschaft und des Mutterschutzes
  • Zeiten der Arbeitslosigkeit

Kontenklärung sorgt für Verbindlichkeit

Wer Lücken in der Berechnungsgrundlage entdeckt oder weiteren Klärungsbedarf hat, kann jederzeit beim Rentenversicherungsträger einen Antrag auf Kontenklärung stellen – wahlweise schriftlich per Post, telefonisch (Rufnummer: 0800/10004800) oder online unter http://www.deutsche-rentenversicherung.de.

Sie haben noch nicht alle anrechenbaren Beitragszeiten für das Rentenkonto angegeben? Dann sollten Sie diesen Schritt nicht bis kurz vor Erreichen des Rentenalters aufschieben. Es gilt nämlich: Je länger die zu klärenden Zeiten zurückliegen, desto schwieriger ist es, fehlende Nachweise vorzulegen. Neben alten Zeugnissen und anderen Arbeitsnachweisen kann der Rentenversicherungsträger auch anhand des Sozialversicherungsausweises überprüfen, ob Beiträge gezahlt wurden. In dieses Dokument mussten Arbeitgeber bis zum Jahr 1991 den Zeitraum der Beschäftigung oder der Arbeitsunfähigkeit sowie das ausgezahlte Entgelt eintragen.

Auch wenn alte Unterlagen nicht mehr aufzufinden sind, kann es sich lohnen, einen Antrag auf Kontenklärung zu stellen. Der Rentenversicherer forscht von sich aus nach, wo es unter Umständen noch Nachweise gibt – er ist per Gesetz dazu verpflichtet, damit jeder arbeitende Bürger seinen Rentenanspruch voll ausschöpfen kann.

Sind alle Lücken geschlossen und Unstimmigkeiten geklärt, erhält der gesetzlich Rentenversicherte zum Abschluss einen Feststellungsbescheid. In diesem werden noch einmal alle beitragsrelevanten Zeiten aufgeführt. Das Besondere daran: Zeiträume, die länger als sechs Jahre zurückliegen, gelten nun als verbindlich festgestellt. Dennoch können sie jederzeit erneut überprüft werden.

Sie möchten Ihr Rentenkonto aufräumen und genau überprüfen, ob bei Ihnen Rentenlücken vorliegen? Dann fordern Sie bei der Deutschen Rentenversicherung einen detaillierten Versicherungsverlauf an. Das können Sie jederzeit und mit wenigen Mausklicks online erledigen. Falls Ihnen danach auffällt, dass Ihre Rente deutlich niedriger sein wird als erwartet, sollten Sie handeln und eine zusätzliche private Vorsorge in Betracht ziehen. Bei der Postbank finden Sie eine ganze Reihe renditestarker Produkte zur Altersvorsorge.

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