Hinterbliebenenrente – was dem Partner zusteht

Ehepartner sterben fast nie gemeinsam. In der Regel ereilt der Tod den einen Partner früher als den anderen. Die Witwe oder der Witwer muss sich nicht nur mit dem emotionalen Verlust auseinandersetzen, häufig bringt der Tod des Partners auch finanzielle Einbußen mit sich. Denn nicht in jedem Fall besteht ein Anspruch auf die gesetzliche Hinterbliebenenrente. Wann ein Rentenanspruch besteht und wie Sie diesen berechnen, erfahren Sie hier.

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Wer hat Anspruch auf Hinterbliebenenrente?

Bei vielen Paaren ist ein Ehepartner der Hauptverdiener und hat auch später entsprechend höhere Rentenansprüche. Nach seinem Tod hat der überlebende Ehegatte unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente. Um bei der gesetzlichen Hinterbliebenenrente Anspruch auf Zahlungen zu haben, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Ehe darf nicht geschieden worden sein.
  • Der Verstorbene hat bereits Rente bezogen oder zumindest die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt.
  • Es darf kein Rentensplitting vorgenommen worden sein.

Weiterhin ist zu unterscheiden, ob bei der Hinterbliebenenrente Anspruch auf die „große“ oder die „kleine“ Witwen-/Witwerrente besteht.

  • „Große“ Rente: Anspruch auf die „große Witwen-/Witwerrente“ haben Rentnerinnen und Rentner, die zum Zeitpunkt des Todes des Partners das 45. Lebensjahr beendet haben oder ein gemeinsames minderjähriges Kind erziehen. Die Altersgrenzen für die Hinterbliebenenrente steigen ebenso wie für die Altersrente schrittweise an. Im Jahr 2020 besteht ein Rentenanspruch ab einem Alter von 45 Jahren und neun Monaten. Im Jahr 2029 müssen Hinterbliebene für einen Anspruch auf Hinterbliebenenrente mindestens 47 Jahre alt sein.
  • „Kleine“ Rente: Besteht kein Anspruch auf die „große“ Rente, kann die „kleine“ Hinterbliebenenrente beantragt werden. Diese zahlt die gesetzliche Rentenversicherung lediglich 24 Monate lang aus, der Betrag fällt deutlich niedriger aus.

Seit einigen Jahren können Sie Ihren Ehepartner auch über das Rentensplitting absichern.

Hinterbliebenenrente berechnen: So viel Geld gibt es vom Staat

Wichtig für den überlebenden Ehepartner ist selbstverständlich die Höhe der Hinterbliebenenrente. Die Berechnung erfolgt anhand der Rentenansprüche des Verstorbenen.

  • Die „große“ Hinterbliebenenrente beträgt 55 % der Rentenbezüge des Verstorbenen. Bei Paaren, die die Ehe vor dem 01.01.2002 geschlossen haben, liegt der Anspruch mit 60 % etwas höher.
  • Die „kleine“ Hinterbliebenenrente beträgt 25 % der Rentenansprüche des Verstorbenen. Sie hinterlässt eine größere finanzielle Lücke.
  • Eigenes Einkommen und eigene Renten mindern die Hinterbliebenenrente. Die Berechnung bezieht dabei auch Rentenerhöhungen durch die Mütterrente ein. Seit Juni 2014 werden Kindererziehungszeiten für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, anerkannt und können die monatliche Rente um rund 30 Euro pro Kind und Monat erhöhen.

Der Freibetrag bei der Hinterbliebenenrente

Aktuell wird der Freibetrag anhand §97 SGB VI folgendermaßen berechnet: „Anrechenbar ist das Einkommen, das monatlich das 26,4fache des aktuellen Rentenwerts übersteigt.“ Generell können Sie allerdings mit den folgenden Beträgen rechnen: Für den Zeitraum Juli 2019 bis Juni 2020 liegt der allgemeine Freibetrag auf anzurechnendes Einkommen für die Witwenrente bei 841,90 Euro (Ostdeutschland) bzw. 872,52 Euro (Westdeutschland). Pro Kind, das theoretisch Anspruch auf Waisenrente hätte, steigt der Freibetrag jeweils um 178,58 Euro (Ostdeutschland) bzw. 185,08 Euro (Westdeutschland).

Tipp

Ihren Ehepartner können Sie nicht nur bei der gesetzlichen Rente absichern. Eine Hinterbliebenenrente ist auch im Rahmen der privaten und der staatlich geförderten Altersvorsorge möglich

Hinterbliebenenrente beantragen – so geht‘s

Angehörige erhalten die Hinterbliebenenrente nicht automatisch. Nach dem Tod des Partners müssen Sie die Hinterbliebenenrente beantragen. Den Antrag erhalten Sie bei der Deutschen Rentenversicherung online oder in einer der Beratungsstellen vor Ort. Wenn Sie den Antrag auf Hinterbliebenenrente stellen, sind zusammen mit dem ausgefüllten Antragsformular verschiedene Dokumente vorzulegen. Dazu gehören unter anderem:

  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • Aktuelle Bankverbindung (BIC und IBAN)
  • Name und Adresse Ihrer Krankenversicherung
  • Die persönliche Steuer-Identifikationsnummer
  • Heiratsurkunde
  • Sterbeurkunde des Ehepartners

Dazu kommen noch einige andere Unterlagen, die im Einzelfall unterschiedlich sind. Die Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung beraten Sie gern und sind bei der Antragsstellung behilflich. Wenn Sie die Hinterbliebenenrente nicht sofort beantragen, wird die Rente nachgezahlt.

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