So lotsen Sie Ihr Kind durch den Digital-Dschungel

Im Jahr 2019 besitzen laut Statista 56,6 Prozent aller Kinder zwischen 6 und 13 Jahren ein eigenes Smartphone. Die Selbstverständlichkeit, mit der Heranwachsende in der Online-Welt unterwegs sind, birgt Chancen, aber auch Gefahren. Den eigenen Nachwuchs von den digitalen Medien abzuschotten, ist allerdings nicht zielführend. Vielmehr gilt es für Eltern darauf achten, dass ihre Sprösslinge den richtigen Umgang mit der täglichen Datenflut lernen.

Smartphone kindgerecht einrichten – so geht‘s

Kümmern Sie sich als Eltern zunächst um die Einrichtung des Gerätes, bevor das neue Smartphone oder Tablet in Kinderhände gelangt. Die Einstellungen zu Bildschirmzeit, Sperrung von nicht jugendfreien Inhalten und In-App-Käufen sind bei Android- und iOS-Geräten unterschiedlich geregelt. Sie finden im Internet jede Menge Hilfestellungen dazu, wie Sie ein Smartphone kindgerecht einrichten. Die wichtigsten Punkte sollten Sie dabei auf jeden Fall abarbeiten:

1. Handysperre einrichten

Falls Ihr Kind das Smartphone einmal verliert oder es gestohlen wird, ist eine Handysperre unverzichtbar. So vermeiden Sie, dass Unbekannte Zugriff auf das Gerät bekommen und im schlimmsten Fall sensible Daten abgreifen. Experten der Verbraucherzentrale NRW e.V. raten von Muster- oder PIN-Sperren mit vier Zahlen ab und empfehlen biometrische Sperren, wie den Fingerabdruck oder den Iris-Scan. Hinterlegen Sie am besten Ihre eigenen Daten und die des Kindes auf dem Smartphone oder Tablet.

2. App-Stores kindersicher machen

Das Angebot in den App-Stores von Google und Apple ist äußerst umfangreich und keinesfalls uneingeschränkt für Kinder zu empfehlen. Stellen Sie aus diesem Grund sicher, dass Ihr Junior nur altersgerechte Inhalte abruft. Wie Sie Inhalte mit FSK 18, FSK 16 oder FSK 12 ausblenden, erfahren Sie auf den Hilfeseiten von Google bzw. Apple. Hier können Sie sich zudem über andere Schutzmaßnahmen für das Kinderhandy informieren, z. B. wie Sie Käufe im Store generell verhindern und eigene Jugendschutzeinstellungen für Filme, Musik und Software-Downloads vornehmen. Übrigens: Das für Software- oder Medieneinkäufe benötigte Passwort sollte niemals auf dem Smartphone Ihres Kindes gespeichert sein. Gleiches gilt für Kreditkartennummern oder die Log-in-Daten für PayPal oder sonstige Bezahlkonten. Treffen Sie mit Ihrem Nachwuchs folgende Regelung: Erst fragen, dann gemeinsam installieren. So wissen Sie genau, welche Programme auf dem Handy Ihres Kindes landen, und können kontrollieren, ob diese kindgerecht sind.

3. Eigene Startseite einrichten

Google ist eine sehr mächtige Suchmaschine, die Kindern allerdings auch Zugang zu den gefährlichen Ecken des World Wide Webs bietet. Um Ihre Schützlinge vor dubiosen Chats, Webseiten mit expliziten und anderen nicht jugendfreien Inhalten zu schützen, hinterlegen Sie als Startseite für den Browser besser eine alternative Suchmaschine. Kindgerechte Startseiten sind beispielsweise „Blinde Kuh“, „fragFINN“ oder „Helles Köpfchen“. Alle drei Suchmaschinen sind altersgerecht aufbereitet und blenden nicht jugendfreie Inhalte im Web konsequent aus. Über „Meine Startseite“ können Sie sogar eine ganz individuelle Suchmaschinen-Startseite für das Kinder-Handy oder den Kinder-PC zusammenklicken. Über App-Angebote wie „Kids Place“, „JusProg“, „Aus die Maus“, Famisafe“ und Co. kann die Zugriffsberechtigung auf nicht kindgerechte Inhalte bei Bedarf noch weiter eingeschränkt werden. In den App-Stores finden Sie Anwendungen, mit denen Sie das Surfverhalten Ihrer Kinder überwachen können. Letzteres ist aber nur eingeschränkt empfehlenswert: Setzen Sie lieber auf Vertrauen und aufklärende Gespräche, als dass Sie Ihren Nachwuchs ausspionieren.

Schlussendlich gilt bei der Mediennutzung immer folgender Leitsatz: „Worte sind Zwerge – Beispiele Riesen.“ Leben Sie Ihrem Kind vor, wie ein Smartphone mit Vernunft verwendet wird, und gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Dazu gehört auch, dass Sie Ihr eigenes Handy so einsetzen, wie Sie es von Ihrem Kind erwarten würden. Bleiben Sie darüber informiert, welche Webseiten und Spiele Ihr Nachwuchs aktuell nutzt, und machen Sie sich selbst über diese Angebote schlau. Nur so bringen Sie Ihrem Kind bei, wie es sich in den Weiten des World Wide Web verhalten sollte.

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