Smart Home für meine Mietwohnung – was geht?

Licht an per App, Videoüberwachung als Einbrecherabwehr sowie eine optimale Heizungs- und Klimasteuerung – Smart-Home-Lösungen wie diese machen das Leben nicht nur bequemer und sicherer. Die Systeme tragen darüber hinaus zu einem ökologischen, energieeffizienten und gesünderen Wohnen bei. Mittlerweile gibt es zahlreiche Produkte, mit denen Sie Ihre Mietwohnung in ein smartes Heim umwandeln können. Wir erklären Ihnen, was das Mietrecht dazu besagt und worauf Sie darüber hinaus achten sollten.

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Was ist Mietern erlaubt und was nicht?

Mieter in Deutschland dürfen es sich zu Hause schön machen. Kleinere Arbeiten wie etwa eine neue Wandfarbe und das Aufhängen von Lampen sind grundsätzlich gestattet. Vermieter haben allerdings ein Wörtchen mitzureden, wenn es um bauliche Veränderungen des Ausstattungszustands geht – denn die Rechtsprechung gibt in diesem Punkt klare Vorgaben: Mieter haben bei Auszug die Wohnung in dem Zustand zurückzugeben, in dem sie die Mietsache bei Vertragsbeginn vorgefunden haben (abgesehen von normalen Abnutzungen gemäß § 538 BGB). Insofern besteht eine Rückbaupflicht, wenn sie Einbauten und Installationen vorgenommen haben. 

Umbaumaßnahmen – hier unbedingt Zustimmung des Vermieters einholen!

Als Bewohner einer Mietwohnung sollten Sie stets beim Vermieter anfragen, wenn Sie größere Maßnahmen planen – insbesondere dann, wenn Sie dabei in die Bausubstanz eingreifen und feste Einbauten vornehmen. Bedenken Sie zudem, ob ein eventueller Rückbau ohne großen Aufwand möglich ist. Der Hauseigentümer kann die Zustimmung genauso gut verweigern. Ausnahmen von dieser Regelung sind lediglich bauliche Veränderungen, die der Barriere-Reduzierung, der E-Mobilität und dem Einbruchsschutz dienen (nach § 554 BGB).

Ein smartes Türschloss etwa ist für Mietwohnungen nur bedingt geeignet, da Sie dafür in den Türrahmen bohren müssen und das bisherige Schloss sich beim Auszug möglicherweise nicht wieder so einfach einsetzen lässt. Spätesten bei Unterputz-Installationen ist daher in der Mietwohnung meist Schluss. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Smart-Home-Lösungen, die keine derartigen Baumaßnahmen erfordern und sich rückstandslos entfernen lassen.

Tipp

Gut zu wissen: Wenn Ihnen Ihr Vermieter bauliche Maßnahmen erlaubt, heißt das noch lange nicht, dass bei Auszug keine Rückbaupflicht besteht. Vereinbaren Sie daher schriftlich, ob der Vermieter die Einbauten später auch übernimmt und ob Sie
dafür eine Kostenerstattung erhalten.

Smart Home „to go” für die Mietwohnung

In ihren Anfängen war die Smart-Home-Technik vorrangig Bauherren vorbehalten: Die Systeme erforderten eine Verkabelung sämtlicher Sensoren und Antriebselemente über ein Bussystem – daher lohnte sich der Einbau aufgrund des großen Aufwands meist nur bei Neubauten und Kernsanierungen.

Heute ist die Technologie einen Schritt weiter: Moderne Funksysteme verzichten auf eine Verkabelung durch das ganze Haus. Sie brauchen also nicht mit Hammer und Meißel ans Werk zu gehen. Die einzelnen Komponenten kommunizieren stattdessen drahtlos miteinander und sind größtenteils batteriebetrieben. Dadurch lassen sich die Sensoren und Aktoren überall frei in der Wohnung aufstellen. Ein weiterer Vorteil solcher Systeme für Mieter: Wenn Sie aus Ihrer Wohnung in eine neue Bleibe umziehen, bauen Sie Ihr Smart Home einfach ab und verstauen es im Umzugskarton. Im neuen Zuhause angekommen, packen Sie die Technik aus und nehmen sie direkt wieder in Betrieb.

Die Beliebtheit von Smart-Home-Technik lässt sich anhand steigender Umsatzzahlen deutlich ablesen: Für das Jahr 2021 wird ein Umsatz von 5.465 Millionen Euro erwartet. Bis 2025 soll dieser Wert bis auf 8.541 Millionen Euro ansteigen. Einen nicht unwesentlichen Anteil daran dürften Systeme in Mietwohnungen einnehmen.

Welche Smart-Home-Produkte sind ideal für die Mietwohnung?

Funksysteme sowie modulare Plug-and-play-Geräte bieten eine perfekte Möglichkeit, Ihrer Mietwohnung ein Upgrade zu verpassen. Diese Nachrüstlösungen lassen sich problemlos installieren – quasi ohne schweres Gerät und Baustaub. Eine Zustimmung des Vermieters braucht es dafür in der Regel nicht

Smarte Lichtsteuerung – es werde Licht!

Von der energiesparenden Heimbeleuchtung via Bewegungsmelder bis hin zu persönlichen Lichtszenen, die sich an den natürlichen Lichtverhältnissen im Tagesverlauf anpassen – smarte Lichtsysteme bieten zahlreiche Optionen. Klassisches Beispiel dafür ist die komfortable Steuerung von Lampen via App auf dem Smartphone oder per Sprachbefehl.

Smarte Steckdosen – Alltagsgeräte aufrüsten

Smarte WLAN-Steckdosen und Zwischenstecker ermöglichen die intelligente Steuerung verschiedenster Geräte – wie etwa Ihrer Schreibtischlampe oder der Musikanlage. Die Produkte setzen Sie einfach auf Ihre vorhandenen Steckdosen in der Mietwohnung auf und schon lässt sich das angeschlossene Gerät per Fernsteuerung oder automatisch nach Zeitplan ein- und ausschalten. Noch smarter wird es mit einem angeschlossenen Verbrauchszähler, der Stromfresser ausfindig macht. 

Smarte Thermostate – gemütlich warm, ohne teure Heizrechnung

Ein Großteil der Energiekosten wird durch Heizung und Warmwasser verursacht. Ein guter Grund also, smarte Thermostate und Heizungssensoren zu installieren. Denken Sie bei der Umrüstung daran, die alten Heizungsthermostate aufzubewahren. Damit bringen Sie die Heizkörper beim Auszug wieder in den alten Ausstattungszustand und Ihre smarten Thermostate ziehen in die neue Wohnung mit um. 

Smarte Sicherheitstechnik – Alarmanlage, Videoüberwachung und Rauchmelder

Einbrecher machen keinen Unterschied, ob Ihnen das Haus gehört oder Sie zur Miete wohnen. Ein smartes Sicherheitssystem gibt da ein gutes Gefühl. Die Produktpalette deckt verschiedene Bereiche ab: Neben der Einbruchsicherung liegt der Fokus auf der Vorbeugung von Bränden und Wasserschäden. Eine Innenkamera mit magnetischem Standfuß für die einfache Montage ist hier nur ein Beispiel für gelungene Sicherheitstechnik, die sich optimal in die Mietwohnung einfügt.

Wichtiger Hinweis für Mieter: Außenkameras sowie Videotürklingeln sind in Mietshäusern aufgrund der Wahrung von Persönlichkeitsrechten anderer Bewohner in der Regel nicht erlaubt. 

Smart-Home-Pakete – rundum clever wohnen

Wer sein Zuhause smart vernetzen möchte, setzt auf ein komplettes Smart-Home-System. Alle Komponenten laufen über die Basisstation zusammen und lassen sich über eine zentrale App steuern. Sinnvoll ist zudem die Kombination mit einem Sprachassistenten – wie Alexa, Google Assistant, Siri, Cortana oder Bixby. 

Mit diesen Tipps gelingt Ihnen die Planung und Einrichtung Ihres Smart Home:

  • Verschaffen Sie sich erst einmal einen Überblick über die Produktport-folios der einzelnen Hersteller. Dieser Tipp ist gerade wichtig, wenn Sie gleich mehrere Bereiche abdecken möchten. 
  • Funksysteme basieren auf einer Funkverbindung. Der Knackpunkt dabei ist nur: Es gibt viele verschiedene Funkstandards. Die am weitesten ver-breiteten Standards sind Z-Wave, ZigBee oder EnOcean. Wählen Sie ein System mit einem dieser erprobten, offenen Standards aus, haben Sie mehr Auswahlmöglichkeiten. 
  • Die meisten Plug-and-play-Geräte lassen sich auch von Laien installie-ren. Bei komplexeren Funksystemen kann es sinnvoll sein, einen Exper-ten zu beauftragen. 
  • Lassen Sie außerdem das Thema Datenschutz nicht außer Acht. Viele Produkte wie Sprachassistenten und selbst intelligente Rauchmelder sammeln Daten. Die Verbraucherzentrale gibt dazu weiterführende Hinweise und Tipps.