Postbank Wohnatlas 2021 – Immobilienpreise trotzen der Krise

Im Corona-Jahr 2020 war vieles anders. Ausgangsbeschränkungen und Ladenschließungen haben der Wirtschaft einen Dämpfer versetzt. Scheinbar unbeeindruckt von der Krise zeigt sich dagegen der deutsche Immobilienmarkt: In über 94 Prozent aller Landkreise und kreisfreien Städte haben sich Wohnimmobilien verteuert – zu diesem Ergebnis kommt der Postbank Wohnatlas 2021. Preistreiber waren nach wie vor niedrige Bauzinsen sowie eine anhaltend hohe Nachfrage bei gleichzeitig begrenztem Angebot. 

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Preisanstieg hält an – Immobilien heute 9,6% teurer als vor einem Jahr

Die jährlich erscheinende Postbank-Studie zeigt: Für den Wunsch nach Wohneigentum mussten Käufer im Jahr 2020 ein deutlich höheres Budget einplanen. Die Preise für Wohnungen im Bestand stiegen innerhalb eines Jahres um 9,6 Prozent (inflationsbereinigt) an. Damit lag der Preisanstieg noch höher als im Jahr zuvor. Ein kurzer Rückblick zum Vergleich: Der Postbank Wohnatlas 2020 meldete für das Jahr 2019 ein üppiges Plus an 9,3 Prozent.

Entspannung auf dem Immobilienmarkt ist nicht in Sicht: Wohnimmobilien verteuerten sich sowohl in den Großstädten und ihrem Umland als auch in ländlichen Lagen. Einen Schub erhielten die Quadratmeterpreise insbesondere durch günstige Finanzierungskonditionen: Je nach individueller Ausgangslage und Dauer der Sollzinsbindung können Käufer und Häuslebauer derzeit schon ab rund einem Prozent Jahreszins ein Immobiliendarlehen erhalten.

Das Niedrigzinsniveau schafft Anreize, in eine Immobilie zu investieren – denn für viele Käufer lohnt es sich trotz hoher Immobilienpreise, von ihrer Mietwohnung in ein Eigenheim zu wechseln. Gerade in Krisenzeiten steigt zudem die Bedeutung von Immobilien zur Altersvorsorge.

Tipp

Ein günstiger Zins und die Konkurrenz bei der Immobiliensuche können Sie dazu veranlassen, eine schnelle Entscheidung beim Kauf zu treffen. Nehmen Sie sich dennoch ausreichend Zeit, um sowohl die Immobilie als auch Ihr Finanzierungskonzept sorgfältig zu prüfen.

Top 7 der deutschen Metropolen – wo Wohnen am teuersten ist

Am Ranking der „Big Seven“ – der sieben größten deutschen Städte – hat sich 2020 nur wenig geändert: Die Spitzenposition nahm wie erwartet die bayerische Landeshauptstadt ein. In München erzielten Immobilien neue Rekordpreise. 

Die Quadratmeterpreise der Top-7-Städte sowie ihre Preistrends (von 2019 auf 2020) machen deutlich, wo Wohneigentum besonders viel kostet:

  • München: 8.612,83 €/m² (+6,11%)
  • Frankfurt am Main: 6.050,07 €/m² (+5,89%)
  • Hamburg: 5.568,99 €/m² (+9,68%)
  • Berlin: 4.972,69 €/m² (+6,7%)
  • Stuttgart: 4.844,37 €/m² (+5,06%)
  • Düsseldorf: 4.527,72 €/m² (+9,44%)
  • Köln: 4.261,17 €/m² (+6,91%)

Quellen: VALUE AG (empirica-systeme Marktdatenbank), Statistisches Bundesamt, Berechnungen HWWI

Auffällig ist, dass die prozentualen Preisanstiege in den Städten Düsseldorf und Hamburg mit über neun Prozent am höchsten ausgefallen sind. Die Immobilienpreise in der Rheinmetropole kennen schon seit einigen Jahren nur den steilen Aufwärtstrend. Auch wenn beispielsweise in München und Frankfurt die Preisanstiege moderater ausfallen, ist Wohneigentum in den „Big Seven“ kaum mehr bezahlbar.

Fast spannender als in den Metropolen sieht es in ihrem Umland aus: In den angrenzenden Landkreisen und kreisfreien Städten zogen die Immobilienpreise noch stärker an. Die höchsten Preisanstiege verzeichnete der Landkreis Potsdam-Mittelmark mit knapp 25 Prozent. Darauf folgt Landsberg am Lech mit rund 18 Prozent, wo Immobilien im Schnitt rund 45 Prozent weniger kosten als im nahen München.

Wie sich aus diesen Zahlen erschließt, findet vielerorts bereits eine Verschiebung der Nachfrage in das Umfeld großer Städte statt – sei es, um auf Orte mit bezahlbarem Wohnraum auszuweichen oder sich den Traum vom Haus mit Garten zu erfüllen. Durch die Erfahrungen im Lockdown haben sich die Wohnwünsche von Eigentümern und Mietern verändert: Aufgrund der Pandemie verbringen Menschen mehr Zeit zu Hause und die heimischen vier Wände erscheinen plötzlich enger. Eigenes Grün hinter dem Haus oder zumindest ein Balkon am Wohnzimmer steht jetzt auf der Prioritätenliste weiter oben. Bei ihrem nächsten Umzug würden viele zudem auf ein günstigeres Wohnumfeld achten.

Ferienimmobilien an Küsten beliebt – östliche Regionen fallen dagegen zurück

Wie die Karte zeigt, liegen bayerische Landkreise bei Kaufpreisen für Eigentumswohnungen im Bestand weit vorn. Die Top 10 der deutschen Landkreise mit den höchsten Immobilienpreisen gruppieren sich um die Landeshauptstadt München – bis auf eine Ausnahme: Der Landkreis Nordfriesland führt das Ranking mit einem Preis von 6.796 Euro pro Quadratmeter im Schnitt an. Immobilien in Ferienorten wie St. Peter-Ording sowie auf den Inseln Sylt, Föhr und Amrum waren 2020 besonders gefragt. Die Ostseeküste auf der anderen Seite steht Nordfriesland indes in nichts nach: Rostock und die umliegenden Landkreise der Hansestadt profitierten von der hohen Nachfrage, die sich insbesondere auf wassernahe und zentrale Lagen konzentriert.

Die Top 10 der teuersten Landkreise in Deutschland präsentieren sich wie folgt (Wohnungen im Bestand):

  • Nordfriesland: 6.796,36 €/m² (+4,83%)
  • Miesbach: 6.755,94 €/m² (+9,76%)
  • Starnberg: 6.641,54 €/m² (+8,74%)
  • München (Landkreis): 6.583,61 €/m² (+8,44%)
  • Dachau: 5.802,68 €/m² (+9,06%)
  • Fürstenfeldbruck: 5.595,43 €/m² (+4,76%)
  • Ebersberg: 5.409,65 €/m² (+4,51%)
  • Garmisch-Partenkirchen: 5.260,17 €/m² (+15,29%)
  • Freising: 5.174,29 €/m² (+4,04%)
  • Bad Tölz-Wolfratshausen: 5.037,02 €/m² (+15,25%)

Quellen: VALUE AG (empirica-systeme Marktdatenbank), Statistisches Bundesamt, Berechnungen HWWI

Der deutsche Immobilienmarkt kennt jedoch nicht nur Gewinner. In diesen Regionen sanken die durchschnittlichen Kaufpreise gegenüber dem Vorjahr: Im Landkreis Greiz in Thüringen gingen die Immobilienpreise durchschnittlich um knapp 26 Prozent zurück. In Brandenburg wurde Wohneigentum in den Landkreisen Spree-Neiße (-19,7 Prozent), Uckermark (-15,88 Prozent) und Prignitz (-14,05 Prozent) günstiger.

Tipp

Die Lage zählt zu den größten Einflussfaktoren, was den Wert einer Immobilie anbelangt. Aus diesem Grund sollten Sie sich die Mikro- und Makrolage genau anschauen.

Zwar sind die Immobilienpreise weiter gestiegen, allerdings bilden Sie mit dem Kauf von Wohneigentum wertvolles Vermögen für Ihre Altersvorsorge. Es lohnt sich also, die verschiedenen Immobilienkredite zu vergleichen und sich von einem Finanzexperten für mehr Planungssicherheit beraten zu lassen.