2021 für Investitionen nutzen: So holen Sie Ihr Business aus der Krise

Anschaffung moderner Maschinen, Aufbau zusätzlicher Standorte und Einstellung von Fachkräften – Investitionen wie diese sichern die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten tendieren viele Firmen jedoch dazu, solcherart Ausgaben erst einmal zurückzustellen. Die Strategie schont Geldreserven, ist auf langfristige Sicht aber zu kurz gedacht. Denn clevere Investitionsentscheidungen mit Blick auf die Konkurrenz können wirtschaftliches Überleben sichern.

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Was waren 2020 die Gewinner- und Verliererbranchen?

Die andauernde Corona-Krise hat viele Unternehmensmodelle einmal mehr auf den Prüfstand gestellt. 2020 rutschte die deutsche Wirtschaft in die Rezession und etliche Firmen sehen sich aufgrund starker Umsatzrückgänge von Insolvenz bedroht. Andere überstehen die Pandemie hingegen bislang relativ gut. Einige Branchen erlebten im letzten Jahr sogar einen Boom – gewissermaßen von einem Tag auf den anderen: Lockdowns mit weitgehenden Schließungen veränderten das Einkaufsverhalten und initiierten einen rasanten Strukturwandel.

Mit einem Plus an Umsatz durch die Pandemie: „Online first“

Mit einem satten Umsatzplus trat 2020 wenig überraschend der Onlinehandel als einer der Profiteure in Erscheinung: Von Gütern des täglichen Bedarfs über Möbel bis hin zu Elektroartikeln wurden Waren vermehrt online bestellt.

  • Diverse Händler verzeichneten damit kräftige Zuwächse, allen voran der Onlineshopping-Gigant Amazon. Der US-amerikanische Onlinehändler steigerte im dritten Quartal seinen Umsatz um 37 Prozent auf 96,1 Milliarden US-Dollar (82,3 Milliarden Euro) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
  • Darüber hinaus florierte das Geschäft mit Video-Conference-Tools: Zoom konnte seinen Jahresumsatz im dritten Quartal mit 777 Millionen US-Dollar (695,96 Millionen Euro) im Vergleich zum Vorjahr fast vervierfachen.
  • Mit der Verlagerung von Büroarbeitsplätzen ins Homeoffice stieg zudem die Nachfrage nach Cloudsystemen – darunter Google Cloud Platform und IBM Cloud Computing. Amazon gehörte auch hier zu den Gewinnern: Mit seiner Plattform Amazon Web Services (AWS) erzielte der Onlineriese Erlöse von 11,6 Milliarden US-Dollar (9,93 Milliarden Euro) im dritten Quartal, was einer Steigerung von 29 Prozent entspricht.

Weniger Kontakt, weniger Umsatz – Branchen kurz vor dem Aus

Die Corona-bedingten Maßnahmen und ein Nachfragerückgang ließen die Umsätze vieler Branchen einbrechen. Zu den Verlierern der Pandemie gehörten 2020 in erster Linie Reiseveranstalter, Fluggesellschaften und Hotels.

  • Die internationale Tourismusbranche meldete nach Angaben der Welttourismusorganisation UNWTO Verluste in Höhe von 1,3 Billionen US-Dollar (1,11 Billionen Euro). Internationale Reisen wurden 2020 um 74 Prozent weniger gebucht als im Vorjahr, innerhalb von Europa waren es 70 Prozent.
  • Auch Messe- und Event-Dienstleister und Gastronomen traf die Krise hart. Allein die Deutsche Messe AG in Hannover musste Verluste von 103 Millionen Euro einstecken, die sogar über dem erzielten Umsatz von 95 Millionen Euro liegen.
  • Schwer hatten es zudem Unternehmen, die auf internationale Liefer- und Produktionsketten angewiesen sind – wie beispielsweise Auto- und Maschinenbauer.

Welche Innovationen verhalfen dem Einzelhandel zu mehr Umsatz?

Krisenzeiten sind existenzbedrohend für Unternehmen, wirken jedoch häufig auch als Katalysator für neue Businessideen. Innovativ agierende Branchen und Firmen meisterten 2020 die Herausforderungen besser als andere – das zeigte sich insbesondere im stationären Einzelhandel. Flexibilität und Handelsinnovationen zahlten sich für Geschäfte aus, die im vergangenen Jahr neue Wege beschritten: Durch den Umstieg auf digitale Lösungen, Lieferservices, Click & Collect (online bestellen, vor Ort abholen) sowie Kooperationen untereinander konnten viele Händler dem zweiten Lockdown besser trotzen.

Die Bilanz fällt gleichwohl unterschiedlich von Branche zu Branche aus: Exemplarisch dafür lässt sich der Möbelhandel anführen, der seine schwächelnden Umsätze durch Onlineshop und Click & Collect nur bedingt abfedern konnte – weil Kunden sich Stoffmuster und Qualität nun einmal lieber im Laden anschauen als über den Bildschirm. Das stationäre Ladengeschäft wird daher auch im Einzelhandel 4.0 ein wichtiger Verkaufskanal bleiben, erfordert aber neue Wege.

Denn die Corona-Pandemie entlarvte dabei, wer Digitalisierung und E-Commerce bereits verstanden hatte. Spätestens jetzt ist klar, dass Ladengeschäfte ohne Konzepte wie etwa Hybrid-Commerce-Angebote – durch Zusammenführung der Online- und Vor-Ort-Einkaufserlebnisse – im Defizit sind. 2021 bleibt es damit weiterhin Aufgabe des Einzelhandels, in digitale Innovationen zu investieren.

Corona-Krise – jetzt investieren oder sparen?

Fortlaufende Investitionen sind bekanntlich unabdingbar für Unternehmen, um langfristig erfolgreich zu sein und am Markt bestehen zu können. Dafür braucht es Kapital. Viele Unternehmen, Kleinbetriebe und Selbstständige möchten sich zwar weiterentwickeln, mussten ihre Investitionstätigkeit jedoch zurückfahren. Als einen der Hauptgründe nennen sie fehlende finanzielle Mittel: Fakt ist, dass die Corona-Krise teuer wird. Betriebe treten bei ihren Ausgaben derzeit auf die Bremse, um Finanzreserven zu schonen. Zwar können Betriebe Corona-Wirtschaftshilfen beantragen, diese sind aber meist nur zur Deckung von Fixkosten vorgesehen – Umsätze kompensieren die Überbrückungshilfen dagegen größtenteils nicht.

Tipp

Für Unternehmen stehen verschiedene Förderprogramme zur Verfügung, die sich zu Investitionszwecken nutzen lassen. ERP-Mezzanine für Innovation, European Angels Fund Germany (EAF) und Venture Tech Growth Financing sind einige Beispiele dafür.

Mut zum Investieren lohnt sich in den meisten Fällen trotzdem: Denn wer sich auf die Zeit nach dem überstandenen Lockdown vorbereitet und Entwicklungen vorantreibt, stellt existenzsichernde Weichen für die Zukunft und lässt die Konkurrenz im Idealfall hinter sich. Darüber hinaus sind gestärkte Betriebe eher in der Lage, eventuelle künftige Krisen besser zu bewältigen und trotz widriger Umstände weiterhin Umsätze zu generieren. Anstatt bei Investitionen den Rotstift anzusetzen, sollten Unternehmen daher gezielt Ausgaben tätigen und ihren Fokus vor allem auf Innovationen richten. Mit einem geeigneten Business-Kredit setzen Sie dieses Vorhaben in die Tat um.

Checkliste – wie Sie für Ihr Unternehmen Investitionsentscheidungen treffen

Digitalisierte und innovative Unternehmen kommen besser durch die Krise – darüber sind sich Experten einig. Allerdings profitiert nicht jedes Unternehmen und jede Branche gleichermaßen davon, beispielsweise in die großen Zukunftsthemen Digitalisierung oder Klimaschutz zu investieren. Die Checkliste im Folgenden gibt Ihnen für die Entscheidung – wann investieren und wie – erste wichtige Anhaltspunkte.

1. Trends erkennen

Innovationen, neue Technologien und nachhaltige Trends wirken sich darauf aus, wie Menschen leben und welche Bedürfnisse sie haben. Diese Einflussfaktoren bestimmen beispielsweise, was und wo Verbraucher künftig einkaufen und wie sie ihr Geld ausgeben.

  • Welche konkreten Entwicklungen und Trends gibt es in Ihrer Branche?
  • In welche Bereiche investieren Ihre Mitbewerber?

2. Langfristig planen

Investitionen sind oftmals kostspielig, weshalb die Ausgaben wohlüberlegt sein wollen. Größere Kapitalanlagen sind in der Regel nur sinnvoll, wenn sie Ihrem Betrieb auf längere Sicht dienen. Viele Technologien – wie etwa Kollaborations-Tools und Cloud-Dienste – bleiben sehr wahrscheinlich auch im Anschluss an die Krise in den kommenden Jahren weiterhin relevant.

  • Welche Investitionen nutzen Ihnen voraussichtlich noch nach der Pandemie?
  • Wirkt sich die Ausgabe langfristig auf Ihren Unternehmenswert aus?

3. Investitionen an Unternehmenszielen ausrichten

Mancher Betrieb kann durch eine neue Maschine seine Produktionskapazitäten steigern und dadurch mehr Umsätze erzielen. Eine andere Firma erschließt sich dagegen neue Einkommensquellen, indem sie einen Spezialisten einstellt.

  • Welche Potenziale bieten sich in Ihrem Unternehmen und wie lassen sich diese realisieren?
  • Welche Ausgaben führen zu direktem Umsatzwachstum, einer größeren Gewinnmarge oder zu Kostensenkungen?

4. Nicht erst abwarten, sondern bereits in Krisenzeiten investieren

Allein mit Einsparungen die Krise auszusitzen, ist nach Ansicht von Unternehmensberatern keine gute Strategie. Der derzeitige Markt bietet für Firmen interessante Chancen, ihre Marktpositionierung auszubauen oder das Geschäftsmodell neu aufzustellen. Da eine rasche Rückkehr zur Normalität nicht zu erwarten ist, lautet die Devise: Langfristig ist es für Unternehmen besser, ihre Strategie auf das „New Normal” auszurichten.

  • Welche Marktchancen können Sie nutzen?
  • Wie muss sich Ihr Betrieb verändern, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen?

5. Flexibel bleiben und Investitionsstrategie bei Bedarf anpassen

Planen Sie Lösungen für verschiedene Szenarien ein. Aufgrund der anhaltenden Krise ist noch nicht abzusehen, wie sich die Märkte entwickeln werden. Nehmen Sie sich für Ihre Investitionsentscheidungen so viel Zeit wie nötig, reagieren Sie jedoch auch flexibel auf spontane Gelegenheiten – etwa wenn sich Ihnen die Chance eröffnet, noch vor der Konkurrenz in ein neues Produktsegment einzusteigen.

  • Warum sollten Sie eine aussichtsreiche Investition gerade jetzt treffen?
  • Passt die Investitionsstrategie noch zur aktuellen Situation?

6. Finanzierung sichern

Wenn es Ihrem Betrieb an laufenden Einnahmen bzw. bestehendem Kapital fehlt, kommen weitere Finanzierungsmöglichkeiten infrage: Dazu gehören Investitionskredite wie der Business Kredit der Postbank sowie alternative Finanzinstrumente (zum Beispiel Crowdinvesting).

  • Wie viel kostet die geplante Investition?
  • Wie viel Eigenkapital haben Sie / wie hoch ist Ihr Finanzierungsbedarf?
  • Welche Fördermittel können Sie nutzen?