Heizungs­gesetz 2026 – was ist neu?

  • Das Ge­bäu­de­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz (GModG) ist seit dem 29. Juli 2026 in Kraft und löst das Ge­bäu­de­en­er­gie­ge­setzt (GEG) aus 2023 ab.
  • Die frü­he­re 65-​Prozent-​Pflicht für er­neu­er­ba­re En­er­gien ent­fällt. Da­durch haben Sie als Ei­gen­tü­mer wie­der mehr Spiel­raum bei der Wahl der Heiz­tech­nik.
  • Öl- und Gas­hei­zun­gen blei­ben mög­lich, müs­sen aber künf­tig Vor­ga­ben zu er­neu­er­ba­ren Brenn­stof­fen er­fül­len. Hier er­fah­ren Sie, was jetzt gilt, wel­che Fris­ten wich­tig sind und wor­auf es bei der För­de­rung an­kommt.

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Was ändert sich beim Heizungs­gesetz?

Mit dem Ge­bäu­de­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz gel­ten seit Ende Juli 2026 neue Re­geln für den Hei­zungs­tausch. Die frü­he­re Pflicht, neue Hei­zun­gen grund­sätz­lich zu min­des­tens 65 Pro­zent mit er­neu­er­ba­ren En­er­gien zu be­trei­ben, ent­fällt. Damit kön­nen Ei­gen­tü­mer wie­der stär­ker ab­wä­gen, wel­che Heiz­tech­nik zu ihrem Wohn­ge­bäu­de passt und sich lang­fris­tig rech­net.

Gleich­zei­tig bleibt der Um­stieg auf eine kli­ma­freund­li­che­re Wär­me­ver­sor­gung ge­setz­lich ver­an­kert. Für neu ein­ge­bau­te Öl- und Gas­hei­zun­gen gel­ten des­halb ab 2029 stu­fen­wei­se stei­gen­de Vor­ga­ben zum An­teil er­neu­er­ba­rer Brenn­stof­fe.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

  • Mehr Aus­wahl bei der Heiz­tech­nik: Neben Wär­me­pum­pen kom­men wei­ter­hin mo­der­ne Gas- und Öl­hei­zun­gen in­fra­ge.
  • Bio-​Treppe be­ach­ten: Wenn Sie künf­tig mit fos­si­len Brenn­stof­fen hei­zen, müs­sen Sie nach fes­ten Stu­fen stei­gen­de Bio-​Anteile ein­pla­nen.
  • För­de­rung neu prü­fen: Staat­li­che Zu­schüs­se gibt es wei­ter­hin, die Be­din­gun­gen haben sich je­doch zum Teil ge­än­dert.
  • Ver­mie­te­te Im­mo­bi­li­en: Hier gel­ten zu­sätz­li­che Re­geln, damit hö­he­re Be­triebs­kos­ten nicht ein­sei­tig zu­las­ten der Mie­ter gehen.

Muss eine bestehende Heizung ausgetauscht werden?

Nein. Das Hei­zungs­ge­setz schreibt nicht vor, dass Sie eine funk­ti­o­nie­ren­de Hei­zungs­an­la­ge aus­tau­schen müs­sen. Die neuen Re­geln sind vor allem re­le­vant, wenn Sie eine Hei­zung neu ein­bau­en oder er­set­zen möch­ten. Dann grei­fen je nach Heiz­tech­nik die ak­tu­el­len Vor­ga­ben – etwa die Bio-​Treppe für neue Gas-, Öl- und Flüs­sig­gas­hei­zun­gen. 

Was gilt jetzt für Öl- und Gas­heizungen?

Öl- und Gas­hei­zun­gen sind wei­ter­hin er­laubt. Ganz ohne Vor­ga­ben ist die Ent­schei­dung aber nicht: Für neue Hei­zun­gen, die mit Gas, Heiz­öl oder Flüs­sig­gas be­trie­ben wer­den, gel­ten ab 2029 stei­gen­de Min­dest­an­tei­le er­neu­er­ba­rer Brenn­stof­fe. Diese Staf­fe­lung ist auch als Bio-​Treppe be­kannt.

Bio-Treppe

Die Bio-​Treppe ist ein Stu­fen­mo­dell: Ab 2029 muss ein wach­sen­der An­teil der be­reit­ge­stell­ten Wärme aus er­neu­er­ba­ren oder bio­ge­nen Quel­len stam­men. Die Min­dest­an­tei­le für neu ein­ge­bau­te Gas-, Öl- und Flüs­sig­gas­hei­zun­gen stei­gen in vier Schrit­ten:

  • ab 1. Ja­nu­ar 2029: min­des­tens 10 Pro­zent
  • ab 1. Ja­nu­ar 2030: min­des­tens 15 Pro­zent
  • ab 1. Ja­nu­ar 2035: min­des­tens 30 Pro­zent
  • ab 1. Ja­nu­ar 2040: min­des­tens 60 Pro­zent


Für Ihre Pla­nung be­deu­tet das: Neben dem An­schaf­fungs­preis für eine neue Hei­zung zäh­len auch die künf­ti­gen Brenn­stoff­an­tei­le, mög­li­che Preis­ent­wick­lun­gen und die Ver­füg­bar­keit er­neu­er­ba­rer Brenn­stof­fe. Ver­glei­chen Sie des­halb ver­schie­de­ne Heiz­sys­te­me nicht nur nach dem Kauf­preis, son­dern auch nach den lang­fris­ti­gen Be­triebs­kos­ten.

Hin­weis: Die De­tails zur Grüngas-​ und Grün­heiz­öl­quo­te ab 2028 ste­hen noch nicht voll­stän­dig fest. Bis zum 1. De­zem­ber 2026 soll dazu ein ge­son­der­tes Ge­setz fol­gen. Au­ßer­dem sieht das GModG für 2030 eine Eva­lu­ie­rung zen­tra­ler Vor­ga­ben vor. Dabei geht es darum, ob die Re­ge­lun­gen wei­ter­hin zu den Kli­ma­schutz­zie­len pas­sen.

Welche Förderung gibt es für den Heizungs­tausch?

Wenn Sie eine neue Hei­zung pla­nen, soll­ten Sie die För­de­rung früh­zei­tig prü­fen. Seit dem 21. Juli 2026 gel­ten an­ge­pass­te Be­din­gun­gen für die BEG-​Heizungs­förderung. Die Än­de­run­gen be­tref­fen unter an­de­rem För­der­höchst­be­trä­ge, den Ein­kom­mens­bo­nus und wei­te­re Bo­nus­re­ge­lun­gen. Wie hoch der Zu­schuss aus­fällt, hängt vom je­wei­li­gen Pro­gramm, vom Ge­bäu­de und von den an­er­kann­ten för­der­fä­hi­gen Kos­ten ab.

Förderung für Privat­personen

  • Pri­va­te Ei­gen­tü­mer kön­nen im KfW-​Programm 458 einen Zu­schuss be­an­tra­gen.
  • Diese För­de­rung gilt für den Kauf und Ein­bau einer ef­fi­zi­en­ten Hei­zungs­an­la­ge oder für den An­schluss an ein Gebäude-​ oder Wär­me­netz. 
  • Je nach Vor­aus­set­zun­gen liegt der Zu­schuss der­zeit zwi­schen 30 und 80 Pro­zent der för­der­fä­hi­gen Kos­ten. 
  • För­der­fä­hig sind z. B. Wär­me­pum­pen, Bio­mas­se­hei­zun­gen, So­lar­ther­mie, Brenn­stoff­zel­len­hei­zun­gen und was­ser­stoff­fä­hi­ge Hei­zun­gen. Au­ßer­dem kön­nen Fach­pla­nung, Bau­be­glei­tung, be­stimm­te Um­feld­maß­nah­men sowie pro­vi­so­ri­sche Heiz­tech­nik bei einem Hei­zungs­de­fekt da­zu­ge­hö­ren.

Förderung für Unter­nehmen und Kommunen

  • Für Un­ter­neh­men, ju­ris­ti­sche Per­so­nen und Con­trac­to­ren steht das KfW-​Programm 459 für Wohn­ge­bäu­de zur Ver­fü­gung.
  • Für Nicht­wohn­ge­bäu­de von Un­ter­neh­men kommt au­ßer­dem das KfW-​Programm 522 in­fra­ge.
  • Kom­mu­nen nut­zen das KfW-​Programm 422 für Wohn- und Nicht­wohn­ge­bäu­de.
  • In die­sen Pro­gram­men be­läuft sich der Zu­schuss der­zeit auf 30 Pro­zent der för­der­fä­hi­gen Kos­ten. Auch hier hän­gen die De­tails vom je­wei­li­gen Ge­bäu­de, der Maß­nah­me und den an­er­kann­ten Kos­ten ab.

Tipp

Prü­fen Sie früh­zei­tig die ak­tu­el­len KfW-​Vorgaben. Für den An­trag brau­chen Sie einen Lieferungs-​ oder Leis­tungs­ver­trag mit pas­sen­der Be­din­gung zur För­der­zu­sa­ge. Hier fin­den Sie einen ak­tu­el­len Über­blick zur Heizungsförderung bei der KfW.

Was gilt bei vermieteten Immo­bilien?

Bei ver­mie­te­ten Im­mo­bi­li­en kom­men zu­sätz­li­che Re­ge­lun­gen hinzu. Ent­schei­den Sie sich als Ver­mie­ter beim Hei­zungs­tausch für eine fos­si­le Hei­zung, kön­nen be­stimm­te Mehr­kos­ten nicht voll­stän­dig auf die Mie­ter über­tra­gen wer­den. Das soll vor über­höh­ten Be­triebs­kos­ten schüt­zen.

Für Ver­mie­ter gibt es au­ßer­dem eine Här­te­fall­re­ge­lung bei der CO2-​Kostenaufteilung. Die De­tails kön­nen je nach Ge­bäu­de, Heiz­tech­nik und Miet­ver­hält­nis un­ter­schied­lich aus­fal­len. Des­halb ist es sinn­voll, die Vor­ga­ben vor dem Hei­zungs­tausch fach­lich prü­fen zu las­sen.

Tipp

Das neue Hei­zungs­ge­setz gibt Ihnen mehr Spiel­raum beim Hei­zungs­tausch. Klä­ren Sie daher früh­zei­tig, wel­che Tech­nik zu Ihrem Ge­bäu­de passt, wel­che Re­geln für Gas- und Öl­hei­zun­gen gel­ten und ob Sie eine För­de­rung nut­zen kön­nen.

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