Abo-Dienste auf dem Prüfstand: Welche Abonnements sind sinnvoll?

Ein Abo ist schnell abgeschlossen, praktisch und meist günstiger als ein Einzelkauf: Jahr für Jahr schließen die Deutschen Abonnements in allen möglichen Bereichen ab. Doch manch einer ist schon kurz entschlossen in die Abofalle getappt – und das kann teuer werden. Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, welche Abos beliebt sind und wann sich ein Abonnement wirklich lohnt.

Die liebsten Abonnements der Deutschen

Abo-Modelle existieren in den unterschiedlichsten Branchen und Formen. Sie basieren auf demselben Grundgedanken: Der Kunde zahlt monatlich oder jährlich einen vereinbarten Betrag und hat dann Zugang zu bestimmten Dienstleistungen. Im Vergleich zum Einzelkauf sind Abonnements meist günstiger – wenn sie entsprechend genutzt werden.

Die beliebtesten Abonnements in Zahlen:

  • Zeitungen: Im Jahr 2011 abonnierten laut einer Umfrage knapp 38% aller Befragten eine Tageszeitung – 2018 waren es nur noch 28%.
  • Musik: Fast 200 Millionen Nutzer verzeichnete der Musik-Streaming-Dienst Spotify Ende 2018. Tendenz: Steigend!
  • Video-Streaming: 31% alle Befragten gaben 2018 an, mindestens einmal wöchentlich Video-Streaming-Dienste zu nutzen.
  • Fitnessstudio: Ungefähr 10 Millionen Menschen waren 2017 in einem Fitnessstudio angemeldet, der durchschnittliche monatliche Mitgliedsbeitrag liegt laut Statistiken bei 43,41 Euro.
  • Deutsche Bahn Card: Nach Angaben der Deutschen Bahn besitzen aktuell 50.300 Menschen eine BahnCard, die Rabatte beim Kauf von Bahntickets garantiert.

Warum schließen wir Abonnements ab?

Sie haben beim Lesen gemerkt, dass Sie das eine oder andere eben vorgestellte Abo ebenfalls abgeschlossen haben? Dann hatte das vermutlich einen der drei folgenden Gründe:

  • Komfort: Zeitungen jeden Tag im Briefkasten, das Fitnessstudio per Lastschrift abgebucht: Abonnements erleichtern unseren Alltag, indem lästige Einzelkäufe und -bezahlungen entfallen.
  • Motivation: Das Abo im Fitnessstudio kann für viele Kunden ein echter Motivationsschub sein – schließlich werden monatlich X Euro gezahlt, das sollte man auch nutzen! Im Vergleich dazu ist der Ansporn bei einer Einzelkarte deutlich geringer.
  • Vorteil: Wer beim Musik-Anbieter Spotify ein Abo abschließt, hört seine Lieblingssongs in besserer Qualität und ohne Werbeunterbrechungen.

Oft haben Abo-Kunden auch ein größeres Sortiment oder mehr Produkte zur Auswahl. Solche Vorteile werden meist mit finanziellen Begünstigungen kombiniert – ab einer gewissen Abnahmemenge ist das Abo günstiger als der Kauf von Einzelprodukten.

Besondere Abomodelle unter der Lupe

Dass das traditionsreiche Geschäftsmodell des Abonnements keineswegs altbacken und unmodern ist, beweist die Tatsache, dass es in ständig neuen Abwandlungen aus dem Boden sprießt.
So bietet beispielsweise der IT- und Druckerhersteller HP ein Abo für Druckerpatronen an. Der Kunde zahlt einen gewissen Betrag und wird dafür regelmäßig mit Patronen beliefert, die zu seinem Gerät passen. Dafür muss der Verbrauch allerdings auch sehr kontinuierlich sein – für Privatpersonen, die nur unregelmäßig drucken, lohnt sich dann eine andere Variante, bei der der Drucker selbst Patronen bestellt, wenn der Füllstand einen bestimmten Wert erreicht hat.
Das vermutlich leckerste Abo bieten Unternehmen wie Foodist: Hier werden Food-Trends und Co. als Abonnement angeboten, bei dem der Kunde monatlich eine individuell auf ihn abgestimmte Box zugeschickt bekommt. Toll ist hier der Überraschungseffekt, denn oft erhalten die Kunden Produkte, die sie noch nicht kennen.
Überhaupt sind Abo-Boxen aktuell der Hit: Beauty-Produkte, Tierfutter und Sportkleidung lassen sich bequem und monatlich nach Hause liefern. Inwiefern der Kunde allerdings Einfluss auf den Inhalt der Box hat und ob er auch alles, was ihm zugeschickt wird, tatsächlich braucht, ist natürlich eine andere Sache.

Tipp

Notieren Sie sich, bis wann Sie bestimmte Abos kündigen müssen – und evaluieren Sie spätestens vor der Verlängerung des Abos, ob Sie es wirklich benötigen.

Nachgerechnet: Lohnt sich mein Abo?

Einer Umfrage der Verbraucherzentrale rlp aus dem Jahr 2017 nach kündigen 60% aller Befragten ihr Streaming-Abo aus Kostengründen. Bei nur 36% ist der Angebotsumfang zu gering, als dass sie das Abo behalten wollen. Der finanzielle Aspekt ist beim Abschluss vieler Abos also entscheidend. Grund genug, einmal nachzurechnen, ab wann sich ein Abonnement wirklich lohnt!

Beim Beispiel eines fiktiven Fitnessstudios lassen sich die Kosten für ein Abo und Einzelbesuche sehr gut hochrechnen. Hier vergleichen Sie einfach Ihre Monatsbeiträge mit den Kosten einer Einzelkarte. Behalten Sie dabei im Hinterkopf, wie oft Sie ins Fitnessstudio gehen – ab wie vielen Monaten übersteigt die Summe der Einzelkarten Ihren Monatsbeitrag? Auch bei Zeitschriften-Abos oder Streaming-Diensten sollten Sie Ihr Nutzungsverhalten im Auge behalten und immer wieder nachrechnen, ob sich das Abo auch nach wie vor lohnt. Gerade wenn Sie mehrere Streaming-Dienste nutzen, kann es schnell passieren, dass Sie einen Anbieter über längere Zeit nicht nutzen, wenn die Lieblingsserie bei einem anderen Dienst läuft.

Tipp

Möchten Sie ein Abo kündigen? Im Internet finden Sie vom Handyanbieter bis zum Fitnessstudio jede Menge Vorlagen für eine rechtsgültige Kündigung.

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