Nachhaltige Geldanlagen – Renditechancen mit gutem Gewissen

Stoffbeutel statt Plastiktüte, Fahrrad statt Auto, Fair Trade statt Schnäppchenangebot – gehören Sie auch zu den Menschen, die im Alltag darauf achten, die Umwelt zu schonen und anderen Menschen keinen Schaden zuzufügen? Dann möchten Sie das vielleicht auch im Rahmen Ihrer Geldanlage tun. Mit nachhaltigen Investments ist das ganz einfach.

Nachhaltigkeit – ein boomendes Segment

Noch stellen nachhaltige Kapitalanlagen im Gesamtmarkt eine Nische dar, aber sie werden immer mehr nachgefragt. Insbesondere institutionelle Anleger wie Kirchen, Stiftungen und Pensionskassen verfolgen aus Verantwortung immer öfter eine nachhaltige Anlagepolitik. In Deutschland betrug das Marktvolumen für entsprechende Geldanlagen nach Berechnungen der Experten des Forums Nachhaltige Geldanlagen e.V. (FNG) 2018 rund 219 Mrd. Euro. Das ist ein Plus von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor allem nachhaltige Investmentfonds werden demnach immer beliebter: Sie legten sogar um satte 50 Prozent auf 44,7 Mrd. Euro zu.

Investmentfonds bieten auch Privatanlegern eine besonders einfache Möglichkeit, ihr Geld nachhaltig anzulegen. Denn sie investieren das Anlagekapital in eine Vielzahl von Wertpapieren und streuen damit von Haus aus die Risiken und die Renditechancen. So funktioniert die Fondsanlage.

Nachhaltige Geldanlage: mehr als Umweltschutz

Beim Begriff Nachhaltigkeit geht es nicht allein um ökologische Themen wie den Umwelt- und Klimaschutz, sondern auch um soziale Faktoren, etwa die Einhaltung der Menschenrechte, sowie um ökonomische Aspekte wie einen fairen Handel (Fair Trade). Ob ein Geldanlageprodukt grundsätzlich als nachhaltig eingestuft werden kann, hängt maßgeblich von der Zusammensetzung seiner Investmentbestandteile ab. Ein nachhaltiger Aktienfonds beispielsweise sollte nur Wertpapiere von Unternehmen enthalten, die in ihrer unternehmerischen Ausrichtung mehr oder minder stark auch Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen. Das sind zum Beispiel:

  • Umweltverträgliche Herstellungsverfahren
  • Eine energie- und ressourcenschonende Produktion
  • Faire Arbeitsbedingungen, zum Beispiel gleicher Lohn für Frauen und Männer
  • Der Verzicht auf Kinder- oder Zwangsarbeit
  • Der Verzicht auf Tierversuche
  • Faire Preise für die Erzeuger
  • Keine Produktion von Rüstungsgütern
  • Keine Nutzung von Gentechnik oder Kernenergie

Wie ein Investmentfonds nachhaltig wird

Eine gesetzlich verankerte Definition für nachhaltige Kapitalanlagen gibt es bislang aber nicht. Bei der Zusammenstellung eines nachhaltigen Investmentfonds können verschiedene Methoden zum Einsatz kommen. Die wichtigsten im Überblick:

  • Ausschlusskriterien: Hier werden Emittenten, die unter Nachhaltigkeitsaspekten fragwürdige Produkte herstellen, komplett ausgeschlossen. Das können zum Beispiel Hersteller oder Händler von Waffen sein oder – bei Staatsanleihen – Länder, denen Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden.
  • Positivkriterien: Hier werden nur Assets ins Portfolio aufgenommen, die nach Nachhaltigkeitsaspekten positiv zu werten sind, etwa aus dem Bereich erneuerbare oder bei der Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele.
  • Best-in-Class: Bei diesem Ansatz werden Unternehmen bevorzugt, die in ihrer Branche besonders vorbildlich agieren, also „Klassenbeste“ sind. Das können beispielsweise auch Unternehmen sein, die ein an sich umweltschädliches Produkt herstellen, dabei aber die höchsten Umweltschutzstandards einhalten.
  • ESG-Kriterien: Die englische Abkürzung „ESG“ steht für „Environment“ (Umwelt), „Social“ (Soziales) und „Governance“ (Unternehmensführung). Hier wird beurteilt, ob und in welchem Ausmaß Managemententscheidungen und unternehmerisches Alltagsgeschäft diesen drei Nachhaltigkeitskriterien folgen.
  • UN-Nachhaltigkeitsziele (SDG): Ein weiterer möglicher Rahmen für die Beurteilung von Investmentzielen in Bezug auf Nachhaltigkeit sind die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die „Sustainable Development Goals (SDG)“. Dazu gehören die Bekämpfung von Hunger und Armut sowie Maßnahmen zum Klimaschutz und menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Investoren können beispielsweise auf Unternehmen setzen, die in besonders hohem Maße zu zur Erreichung dieser Ziele beitragen.
  • Green Bonds: So bezeichnet man alle Arten von Anleihen, deren Emissionserlöse ausschließlich zur anteiligen oder vollständigen (Re-)Finanzierung grüner Projekte verwendet werden, die einen klaren Umweltnutzen schaffen. Hierzu zählen insbesondere Projekte zur Förderung erneuerbarer Energien oder Energieeffizienz, sauberer Transport oder verantwortungsvolles Abfallmanagement.

Nachhaltig auch in puncto Rendite

Ein wesentliches Auswahlkriterium bei der Zusammenstellung nachhaltiger Investmentfonds bleibt natürlich die Aussicht auf Rendite. Fest steht: Ökologisch und sozial verantwortungsvolles Handeln und eine einträgliche Rendite schließen einander nicht aus. Laut FNG belegen diverse Studien, dass entsprechende Kapitalanlagen bei Rendite und Risiko keinen Nachteil gegenüber konventionellen Anlagen aufweisen. Einige Investoren sind sogar davon überzeugt, dass nachhaltiges Handeln ein Indikator für die Qualität eines Unternehmens, also dessen wirtschaftlichen Erfolg sein kann. Auf der anderen Seite ist Nachhaltigkeit allein natürlich auch kein Garant für eine wirtschaftlich erfolgreiche Geldanlage.

Tipp

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Bitte beachten Sie

Jede Geldanlage ist mit gewissen Risiken verbunden. In der Regel steigen mit den Renditechancen einer Anlage auch ihre Risiken. Je nach Wahl der Wertpapier-Anlageform ist insbesondere mit Kurs- bzw. Volatilitätsrisiken, Risiken der Bonität, der Liquidität, der Zinsänderung, der Währung und der Länder sowie steuerlichen Risiken zu rechnen. Über die speziellen Risiken der jeweiligen Anlageform informieren Sie die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen oder Ihr Berater.

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