Big-Mac-Index – cleverer Kaufkraft-Indikator

Bei Burgern und Bargeld denken Sie sicherlich zunächst an den Bestellprozess bei McDonald’s. Tatsächlich ist der Big-Mac-Index aber deutlich vielschichtiger als ein Brötchen mit zwei Burger-Pattys, weil er globale Unterschiede in der Währungsbewertung abbildet. Wir verraten Ihnen, wie Sie mit dem Wissen um den Big-Mac-Index im Urlaub bares Geld sparen und wie das Währungs-Ranking Einfluss auf Ihr Wertpapierdepot haben kann.

Was ist der Big-Mac-Index?

Der berühmte doppelstöckige Burger von McDonald’s ist ein echtes Phänomen: Er wurde im Jahre 1968 eingeführt, als direktes Konkurrenzprodukt zum Whopper von Burger King. Die Variation aus Burger-Brötchen, Fleisch, Spezialsoße, Salat und Käse ist weltweit beliebt – dabei ist der Geschmack des Big Mac fast überall identisch. Das liegt u. a. an der peniblen Portionierung der genutzten Zutaten.

Der Preis für einen Big Mac unterscheidet sich allerdings von Land zu Land: Während in der Eurozone durchschnittlich 4,74 US-Dollar (4,19 Euro) für den Burgerklassiker fällig sind, kostet er in der Schweiz satte 6,54 US-Dollar (5,78 Euro). In Ägypten könnten Sie sich hingegen für wenig Geld so richtig satt essen: Hier kostet der Big Mac im Durchschnitt nur 1,75 US-Dollar (1,55 Euro).
Der Burgerpreis ist dabei quasi ein Indikator für die Kaufkraft der jeweiligen Landeswährung. Und genau hier kommt der Big-Mac-Index aufs Tableau.

Die Erhebung zeigt nämlich relativ genau auf, wie stark die Kaufkraft verschiedener Landeswährungen ist – und das anhand des Big-Mac-Preises. Tatsächlich lässt sich so feststellen, ob eine Währung aktuell über- oder unterbewertet ist. Das ist nicht nur für Reisende interessant, die in einem Land mit schwächerer Währung generell mehr Urlaub für ihr Geld bekommen. Auch Anleger profitieren von den Vergleichswerten, die der Big-Mac-Index aufzeigt.

Big-Mac-Index macht Risiken bei Anlagen in Fremdwährungen deutlich

Sie sind sich dessen vielleicht nicht bewusst: Sobald Anleger Geld außerhalb der Eurozone investieren – etwa in internationale Aktienindizes –, holen sie sich automatisch Fremdwährungen ins Depot. Deren Entwicklung hat Einfluss auf den Gesamtertrag der Geldanlage, der teils frappierend sein kann. Dafür ein Beispiel: Im Jahr 2016 legte der britische Leitindex FTSE 100 um 13 Prozent zu, was für Anleger eigentlich ein dickes Plus bedeutet hätte. Doch leider meinte es die Landeswährung nicht gut mit den Sparern: Der Kurs des britischen Pfunds sackte nämlich im selben Zeitraum um 15 Prozent ab. Ungünstig für Anleger aus der Eurozone, denn ein Investment in den britischen Leitindex erfolgt auch für internationale Investoren grundsätzlich in Pfund Sterling. Somit verbuchten Sparer hier ein Minus von zwei Prozent.

Tipp

Um das Währungsrisiko bei internationalen Anlageformen zu minimieren, sollten Sie auf einen ausgewogenen Mix aus länderspezifischen Investments setzen. So lassen sich rückläufige Zahlungsmittelkurse gut kompensieren.

Währungseffekte nicht überbewerten

Wie der Big-Mac-Index aufzeigt, können einige Währungen weltweit schnell an Wert verlieren oder aufgewertet werden. Sie sollten diese Erkenntnis allerdings nicht unbedingt überbewerten. Wichtig ist, dass Sie bei temporären Kursrutschen Ruhe bewahren und keine Panikverkäufe veranlassen. Die Erfahrung zeigt, dass sich zwischenzeitliche Schwankungen innerhalb der bedeutenden Währungspaare langfristig ausgleichen – zumindest in den meisten Fällen. Beim britischen Pfund hat es trotz schwelender Brexit-Angst jedenfalls funktioniert: Der Währungskurs kletterte von Anfang Januar 2019 bis Mitte März 2019 um 5,4 Prozent.

Zudem ist der Big-Mac-Index nicht das Nonplusultra der Währungsbewertung: Ein Hamburger ist schließlich kein international frei handelbares Produkt. Landesspezifische Steuern, Zölle und Personalkosten haben ebenso Auswirkungen auf den Big-Mac-Preis wie die Ausgaben für lokal produzierte Zutaten. Auch das allgemeine Wettbewerbsumfeld spielt bei der Preisgestaltung eine nicht unerhebliche Rolle. Schlussendlich ist der Big Mac zwar weit verbreitet – aus religiösen Gründen gibt es ihn aber beispielsweise nicht in Indien. In Nordkorea, Kambodscha, Ghana und Mazedonien sucht man derweil ganz vergeblich nach einer McDonald’s-Filiale. Aus diesen Gründen ist der Big-Mac-Index zwar ein relativ verlässlicher Indikator für die Kaufkraft einer Währung, doch eine weltweite und lückenlose Abbildung ist über die vor 32 Jahren entwickelte Berechnungsgrundlage nicht möglich.

Ökonomen versuchen deshalb seit einiger Zeit, Abhilfe zu schaffen – etwa mit dem Billy-Index, der den weltweiten Preis eines schwedischen Regalsystems abbildet. In direkter Konkurrenz zum Big-Mac-Index entstand im Jahre 2013 außerdem der Mini-Mac-Index. Dieser Vergleichswert hat ausnahmsweise nichts mit einem beliebten Schnellrestaurant zu tun: Hier werden vielmehr die weltweiten Preisunterschiede des Apple iPad mini dargestellt, bei dem es sich tatsächlich um eine internationale und standardisierte Ware handelt.

Wem das alles zu theoretisch ist, der kann das Währungsrisiko durch ganz praktische Anlagen in ETFs oder Aktienfonds ausgleichen. Exchange Traded Funds verteilen ihr Anlagevolumen quasi automatisch weltweit, weil sie die Wertentwicklung ganz unterschiedlicher Aktien oder Aktienindizes widerspiegeln. Und das Beste daran: Diese Sparform funktioniert bei der Postbank schon ab 25 Euro (ETF) bzw. 50 Euro (Fondsparplan) im Monat. Probieren Sie doch einfach einmal eine der beiden Anlageformen aus und reichern Sie Ihre Geldanlage mit einigen lukrativen „Leckerbissen“ an!

Bitte beachten Sie

Jede Geldanlage ist mit einem gewissen Risiko verbunden. In der Regel steigen mit den Renditechancen einer Anlage auch ihre Risiken. Je nach Wahl der Wertpapieranlageform ist insbesondere mit Kurs- bzw. Volatilitätsrisiken, Risiken der Bonität, der Liquidität, der Zinsänderung, der Währung und der Länder sowie steuerlichen Risiken zu rechnen. Über die speziellen Risiken der jeweiligen Anlageform informieren Sie die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen oder Ihr Wertpapierberater.

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