5 elementare Geldtipps für Verbraucher

Sparkonten, Kredite, Versicherungen – ein deutscher Privathaushalt gleicht oft einem kleinen Unternehmen. In der Summe liegt das private Geldvermögen der Deutschen bei 5.875 Mrd. Euro (Stand: 1. Quartal 2018, Quelle: Statista). Im Gegensatz dazu beläuft sich das Kreditvolumen auf über 1.000 Mrd. Euro. Jeder 4. Deutsche gibt dabei zu, mit den privaten Einnahmen und Ausgaben überfordert zu sein. Wir haben 5 wichtige Finanzregeln zusammengefasst, mit denen Sie Ihren Cashflow (engl. für Geldfluss) optimieren.

Oberste Priorität: Schulden tilgen und Risiken absichern

Die deutsche Wirtschaft ist seit Jahren erfolgsverwöhnt, was sich auch auf dem Arbeitsmarkt zeigt. Allein im Juli 2018 gingen 44,75 Millionen Menschen mit Wohnsitz in Deutschland einem geregelten Job nach. Der Lohn dafür zeigt sich Monat für Monat auf dem Girokonto. Bleibt am Monatsende ein wenig Geld über, ist das zunächst erfreulich. Doch wie sollte man private Überschüsse sinnvoll einsetzen? Die Frage ist einfach beantwortet: Bei bestehenden Krediten sollten Sie den Fokus darauf richten, Schulden zeitnah abzubauen. Schließlich sind die Kreditzinsen – selbst in Niedrigzinsphasen – in der Regel höher als die Rendite, die man mit einer klassischen Geldanlage erzielen kann.

Aus diesem Grund bieten viele Banken – so auch die Postbank – Möglichkeiten der Sondertilgung an. So können Sie die Laufzeit Ihrer Kredite verkürzen oder in speziellen Fällen sogar die monatliche Rate verringern. Das führt dazu, dass Sie langfristig über eine höhere Liquidität verfügen.

Neben einer schnellen Ablösung Ihrer Konsumentenkredite ist die finanzielle Risikoabsicherung oberstes Gebot. Im Falle einer schwerwiegenden Krankheit oder eines Unfalls kann es schließlich passieren, dass Ihr Gehalt nicht mehr in gewohnter Höhe ausgezahlt wird oder Sie komplett arbeitsunfähig werden. Deshalb raten Finanzexperten dazu, sich wenigstens vor den grundlegenden Gefahren des Alltags abzusichern. Die gute Nachricht: Eine Privathaftpflicht und eine Berufsunfähigkeitsversicherung kosten nicht die Welt. Bereits mit geringen monatlichen Prämien verfügen Sie so über einen guten Schutzschild gegen finanzielle Belastungen.

Tipp

In Familien ist der Hinterbliebenenschutz ebenfalls ein wichtiges Thema. Die optimale Absicherung stellt im Fall Ihres Ablebens eine flexible Risikolebensversicherung dar. Hier können Sie die Laufzeit und die Höhe der im Todesfall auszuzahlenden Kapitalsumme selbst bestimmen und damit Ihre monatlichen Versicherungsbeiträge eigenverantwortlich festlegen.

Sparen ist gut, sparen mit Ziel noch besser!

Sparen lohnt sich immer, denn der Lohn der regelmäßigen Geldanlage kann so schön sein: eine Reise in fremde Länder, ein neues Auto oder eine schicke neue Wohnungseinrichtung. Wenn Sie Geld zur Seite legen – z. B. in einem zeitgemäßen ETF-Sparplan –, sollten Sie jedoch vorab unbedingt Ihre Sparziele definieren. Nur so können Sie eine passende Anlagestrategie entwickeln und Faktoren wie die Höhe der Sparsumme oder Ihre persönliche Risikobereitschaft festlegen. Denn wer den Zweck seiner Geldanlage kennt, kann seine Anlageziele viel fokussierter umsetzen.

Ohne Notgroschen geht es nicht

Ihre eingeräumte Kontoüberziehung ist ausgereizt, Ihr Gehalt am Monatsende aufgebraucht und Ihr Tagesgeldkonto ist auch leer? Spätestens bei unvorhergesehenen Ausgaben ist dies aus finanzieller Sicht äußerst ungünstig. Eine der wichtigsten Finanzregeln für Privatpersonen lautet deshalb: Rücklagen bilden!

Damit Sie bei einer Autoreparatur, einem defekten Backofen oder einer unvorhersehbaren Steuernachzahlung nicht in Zahlungsnot geraten, sollte Ihnen stets ein Betrag in Höhe von zwei bis drei Nettogehältern zur Verfügung stehen. Dies bedeutet, dass Sie über das Geld unverzüglich bestimmen können. Eine Festanlage ist deshalb nicht für den „Notgroschen“ geeignet. Agieren Sie hier lieber mit einem flexiblen Tagesgeldkonto, über das Sie bestenfalls online Geldbeträge auf Ihr Girokonto buchen können.

Risikostreuung bei der Geldanlage beachten

„Anleger sollten nie alle Eier in einen Korb legen“ – diesen Tipp gab der US-Ökonom und Nobelpreisträger Harry Markowitz schon in den 50er-Jahren. Die Börsenweisheit ist immer noch relevant, gerade in Zeiten, in denen es scheinbar unendlich viele Möglichkeiten zur Geldanlage gibt.

Verteilen Sie also Ihr Anlagevermögen auf mehrere Finanzprodukte und setzen Sie niemals alles auf eine Karte. So können Sie das Risiko möglicher Verluste deutlich reduzieren und stabilisieren Renditen und Gewinne. Durch die Strategie der Diversifizierung werden potenzielle Risiken wirkungsvoll abgemildert.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

ETF-Sparpläne, Wertpapiere, Aktien- oder Immobilienfonds – der Markt bietet Hunderte Geldanlageprodukte für Privatanleger. Leider mischen sich unter die seriösen Anbieter hin und wieder ein paar schwarze Schafe. Deshalb lautet die Devise: „Prüfen Sie Angebote genau, bevor Sie unterschreiben!“

Wenn Ihnen die Renditemöglichkeiten zu verlockend erscheinen oder Sie das Anlagemodell nicht genau nachvollziehen können, machen Sie lieber einen Bogen um das Produkt.
Grundsätzlich gilt: Bei vertrauenswürdigen Geldanlagen können Sie alle relevanten Infos transparent überblicken. Zu diesem Zweck stellen seriöse Anbieter den Kunden Produktdatenblätter oder Anlegerinformationen zur Verfügung, die Sie auch online einsehen können. Machen Sie sich vor einem Abschluss also immer ein Bild über Kosten, Risiken und die wesentlichen Eigenschaften eines Finanzprodukts – und vertrauen Sie bei Finanzfragen einem renommierten Unternehmen mit hoher Fachkompetenz.

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